Die Ruheständler sind abgebrannt. Und für die sogenannte Generation Y scheint eine sichere Rente so realistisch wie eine Besiedelung des Jupiters im Jahr 2029. Der Generationenvertrag ist an sich ja eine gute Sache, doch das damit verbundene Umlagesystem – Lohnarbeiter finanzieren Rentner – funktioniert nicht mehr:

Erstens werden die Deutschen immer älter. Aktuell sind bereits 21 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt, im Jahr 2050 werden es 32 Prozent sein. Gegenwärtig beziehen über 25 Prozent der Bevölkerung Rentenleistungen.

Zweitens findet Arbeit auch jenseits der Lohnsteuerkarte statt: Die Haus-, Pflege- und Erziehungsarbeit, die vor allem Frauen tagtäglich verrichten, wird in den Rentenberechnungen noch immer marginalisiert. Darüber hinaus fallen Tausende Flüchtlinge aus dem Rentensystem, weil sie nicht arbeiten dürfen. Gefängnisinsassen wiederum, die arbeiten müssen, erhalten keinerlei Sozialversicherungsleistungen.

Das Umlagesystem hat ausgedient

Drittens arbeitet schon jetzt jeder vierte Erwerbstätige im Niedriglohnbereich, das heißt er oder sie verdient weniger als 9,54 Euro brutto die Stunde. Ebenso rasant wächst die Leiharbeit. Gleichzeitig ist die Produktivität je Arbeitsstunde in den letzten 25 Jahren um über 35 Prozent gestiegen. Und obendrein fallen immer mehr Jobs der Automatisierung zum Opfer. Bei all dem bleibt nicht mehr viel übrig für die Rentenkasse.

Viertens sind auch kapitalgedeckte Renten zum Scheitern verurteilt. Sie sind sozial ungerecht, weil die Reichen natürlich mehr Geld zum Bunkern haben als die Armen. Und spätestens 2008 konnte man sehen, was mit aktienbasierten Ersparnissen für den wohlverdienten Ruhestand passiert – sie verpuffen binnen Sekunden im Nichts. Seitdem sind die Zinsen derart im Keller, dass man sein Geld besser in haltbaren Dosenravioli anlegt statt in dubiosen Lebensversicherungen.

Wenn man das Rentensystem vor dem Absaufen retten will, muss man dessen Finanzierung auf den Kopf stellen.

Die simple Frage lautet daher: Wo ist das Geld? Und die einfache Antwort ist: auf den Konten der Konzerne, Banken und Bonzen, die sich an der geleisteten Arbeitskraft der Menschen bereichern. Manager wie Dieter Zetsche (Mercedes) kommen auf Stundenlöhne von über 8.000 Euro. Die Vorstände der Dax-Unternehmen sacken jede Stunde durchschnittlich über 4.500 Euro ein. Und was bekommen die Rentner hierzulande? Die Männer erhalten durchschnittlich 1.000 Euro pro Monat. Die Rente der Frauen fällt mit nur 640 Euro noch ungerechter aus.