Wer ist wohl leistungsfähiger: ein möglichst großes Team oder eine eher kleine Gruppe mit überschaubarer Mitgliederzahl? Man könnte vielleicht meinen, je größer eine Organisationseinheit, desto schlagkräftiger ist sie auch. Aber für die Leistungsfähigkeit und die Qualität der Zusammenarbeit ist Größe nicht immer entscheidend. Das ist wirtschaftspsychologisch gut untersucht.

Aber warum ist das so? Je größer Teams sind, desto anonymer und unübersichtlicher ist die Zusammenarbeit. Die Steuerung von großen Einheiten ist kompliziert und kann schlecht von einer einzigen Führungskraft bewerkstelligt werden. Und: Menschen bevorzugen Kleingruppen. Das gilt auch in der Wirtschaft und im Arbeitsleben.

So berichtet Wirtschaftspsychologie aktuell über einen Test an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg mit Studierenden, in dem sich diejenigen Probanden am wohlsten fühlten, die einer Kleingruppe zugeordnet waren. Untersucht wurde, wie sich bei den Bewerberinnen und Bewerbern der Aufnahmeprüfung für ein Sportstudium die Zugehörigkeit zu einem kleinen Team auswirkte. Die angehenden Studierenden wurden Gruppen zugeordnet und sollten dann ihr sportliches Können in einer Reihe von Sportarten und Disziplinen beweisen.

Die Forscher stellten fest: Wer gemeinsam mit anderen in einer Kleingruppe die Prüfung absolvierte, war weniger gestresst. Diese Probanden hatten geringere Cortisolwerte im Blut und gaben auch an, sich entspannt und glücklich zu fühlen.

In dem Experiment entwickelte sich in den Prüfungsgruppen mit überschaubarer Größe ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl – bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in größeren Teams war das nicht der Fall. Nicht nur waren die Studenten in den kleinen Gruppen mit einem starken Teamgefühl leistungsfähiger und damit auch erfolgreicher, ihnen ging es während der Aufnahmeprüfung psychisch auch besser.

Teamgefühl senkt Krankenstand

Die Erkenntnisse decken sich mit denen aus der Organisations- und Arbeitspsychologie. Demnach arbeiten Menschen lieber in Kleingruppen zusammen, in denen sich leichter als in Großgruppen ein Teamgefühl einstellt. Berücksichtigt man ferner die Gesundheitsdaten von Beschäftigten, stellt man schnell fest, dass Teammitglieder, die sich mit ihren Kollegen identifizieren, auch seltener krank sind.

Für Führungskräfte heißt das: bloß keine zu großen Teams und Einheiten bilden. Fünf bis sieben Personen pro Gruppe sind demnach optimal. Hat man sehr große Teams, ist es besser, Subteams mit dieser Größe zu bilden.