Wer auf Jobsuche ist, dem wird gern geraten, auf Vitamin B zu setzen – also auf Beziehungen. Tatsächlich sind persönliche Kontakte nicht zu unterschätzen, wie eine Studie des Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Demnach wurde im vierten Quartal 2016 bundesweit jede dritte Stelle auf diesem Weg vergeben.

Damit werden mehr Stellen über Beziehungen besetzt als über Anzeigen oder die Vermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Besonders deutlich wird die Bedeutung persönlicher Kontakte laut dem Forschungsinstitut der BA in Kleinbetrieben mit höchstens 50 Beschäftigten: Hier wird beinahe jeder zweite Mitarbeiter über Beziehungen rekrutiert, teilte das IAB mit.

Ein effektives Instrument für die Jobsuche sind laut der Erhebung auch die zahlreichen Jobbörsen im Internet. Über diese wurden im Untersuchungszeitraum 21 Prozent der Neuanstellungen vermittelt. Jeweils rund zehn Prozent der Neubesetzungen erfolgten über Anzeigen in Zeitungen oder Zeitschriften oder über Ausschreibungen auf der unternehmenseigenen Webseite. Über die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit wurde dagegen nur noch jede zwanzigste Stelle vermittelt. Der Anteil sozialer Medien bei der Stellenvergabe liegt bei etwa einem Prozent.

Das IAB erhebt viermal jährlich das gesamte Stellenangebot in Deutschland – also auch die Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. An der Befragung beteiligten sich im vierten Quartal 2016 rund 11.600 Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, deren Angaben laut IAB repräsentativ hochgerechnet und gewichtet wurden. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 3,65 Millionen sozialversicherungspflichtige Neueinstellungen in Deutschland.