Das Tätigkeitsfeld eines Facility Managers ist vielen Menschen unbekannt und wird oft mit dem des Hausmeisters auf eine Stufe gestellt. "Zu Unrecht", sagt Robert Timm mit Nachdruck. Er selbst ist seit einem Jahr als Facility Manager für einen Klinikverbund tätig. "Der beliebte Vergleich mit dem Hausmeister wird den Aufgaben des Facility Managers alles andere als gerecht.

Erfahrungen als Hausmeister sind für diese Tätigkeit sicherlich ganz nützlich, aber auch nicht unbedingt notwendig. "Die Aufgaben sind viel umfangreicher", erklärt Timm. Manager ist seiner Meinung nach eben nicht nur eine schöne Umschreibung, um einen Beruf mit Image aufzumotzen.

Der gelernte Heizungsanlagenbauer Timm war in der Tat viele Jahre lang als Hausmeister in einem Bürogebäude tätig. Dann machte er eine Weiterbildung zum Facility Manager. Sechs Monate lang musste er die Schulbank drücken und lernte vieles, mit dem er sich vorher noch nicht auseinandersetzen musste. "Betriebswirtschaft, Marketing und alles, was mit Kostenkalkulation zu tun hatte, war schon eine Herausforderung", gesteht Timm.

Die Weiterbildung kommt nicht von ungefähr, denn der Facility Manager muss ein Multitalent in allen Breichen sein – ein umfassendes technisches Fachwissen, Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen sind ebenso notwendig wie strategisches Denken und effizientes Handeln. Als zentraler Ansprechpartner für Kunden und Dienstleister muss der Facility Manager zudem mit Führungsqualitäten und Kommunikationsstärke aufwarten können.

Der Beruf ist kein Lehrberuf im klassischen Sinne, die Ausbildung erfolgt zumeist auf der Basis einer bereits abgeschlossenen Lehre, etwa aus dem kaufmännischen oder technisch-handwerklichen Bereich. Diese kann durch eine mehrmonatige Fortbildung, aber auch durch ein Studium an einer Hochschule oder Universität erfolgen.

"Die Zahl der Studenten, die sich für ein Studium des Facility Managements entscheiden, wächst stetig", erklärt Prof. Dr. Ehrenheim, Dozent für Facility Management an der Fachhochschule Gießen-Friedberg. "Die Branche boomt", sagt Ehrenheim. Die Nachfrage nach Facility Managern wachse konstant – und das seit etwa Mitte der neunziger Jahre. Während in vielen anderen Branchen Arbeitsplätze abgebaut werden, bleibt in Zeiten von Weltwirtschaftskrise der Beruf des Facility Managers gefragt. Immer mehr Unternehmen schaffen Arbeitsplätze in diesem Beruf.

Qualifizierte Nachwuchskräfte sind sogar derart gefragt, dass einige Unternehmen bereits während des Studiums an vielversprechende, zukünftige Absolventen herantreten und versuchen, diese abzuwerben. "Ab und an muss ich die Studenten schon davon überzeugen, ihr Studium zu Ende zu bringen, so verlockend sind die Angebote der Unternehmen", erzählt Ehrenheim.

Die Beweggründe für ein Unternehmen, die Aufgaben einem Facility Managers zu überlassen, liegen klar auf der Hand: Kostenersparnis durch Bündelung der Aufgabengebiete. Wo früher die Planung und Koordination von mehreren Personen aus unterschiedlichen Ressorts übernommen wurde, befasst sich nun ausschließlich der Facility Manager um die Abstimmung und Durchführung notwendiger Maßnahmen, um die firmeneigene Infrastruktur so effektiv wie möglich zu nutzen. Dazu gehört die Koordination von personellen Ressourcen ebenso wie die Erhaltung und Instandsetzung der Gebäude und Einrichtungen des Unternehmens.

"Vom Einstellen eines neuen Gärtners bis hin zur Gebäudeplanung für zukünftige infrastrukturelle Erweiterungen – der Zuständigkeitsbereich ist sehr groß", fasst Ehrenheim das Aufgabengebiet zusammen. Mittlerweile gehen einige Unternehmen sogar dazu über, den Facility Manager bei geplanten Expansionen der Infrastruktur, etwa beim Neubau eines Gebäudes hinzuziehen, denn der Facility Manager kann Betriebs- und Folgekosten zumeist besser einschätzen als der verantwortliche Architekt.

So groß das Verantwortlichkeitsspektrum auch ist: Bei den eigentlichen Handwerksaufgaben ist er nicht aktiv beteiligt. Robert Timm ist aber dennoch froh, umfassende Kenntnisse von der Materie zu haben. "Es ist doch schon hilfreich, nicht nur theoretisches Wissen über handwerkliche Dinge zu haben. So kann ich selbst beurteilen, ob ein Handwerker gute Arbeit leistet oder nicht."

Arbeitszeit: 40 bis 50 Wochenstunden
Ausbildung: Fortbildung oder Studium
Verdienst: je nach Qualifikation ab 28.000 Euro