Während viele Menschen zwischen Weihnachten und Silvester ihren Urlaub genießen, gibt es für Ralf Prinz viel zu tun. Prinz ist Pyrotechniker und betreibt ein kleines Pyrotechnik-Unternehmen in Norddeutschland. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern koordiniert er zum Jahreswechsel gleich mehrere Großfeuerwerke auf öffentlichen Veranstaltungen und für Unternehmen. Im Sommer und besonders zum Jahreswechsel herrscht für die Pyrotechniker Hochkonjunktur. Hochzeiten, Firmenjubiläen, Geburtstage – es gibt immer einen Grund, es am Himmel funkenreich knallen zu lassen.

Das Wort "Pyros" leitet sich vom Griechischen ab und bedeutet übersetzt "Feuer" – und darum wird der Pyrotechniker auch Feuerwerker genannt. Das kontrollierte Abbrennen eines Feuerwerks, meistens von 15 bis 30 Minuten Dauer, nimmt zumeist nur einen Bruchteil der Arbeitszeit des Pyrotechnikers in Anspruch. Oft bereitet er zuvor über mehrere Tage hinweg das Lichterspektakel vor. "Bei Firmenfeiern beispielsweise erstellt der Pyrotechniker vorab das Programm, die sogenannte Shootinglist, also den Abbrennplan", erklärt Prinz. Dabei wird auch der Rahmenplan der Feier, also beispielsweise Musik, die zum Feuerwerk gespielt werden soll, berücksichtigt. Die Feuerwerker müssen also darauf achten, dass das Feuerwerk nicht die Musik übertönt. "Der Pyrotechniker macht nicht nur einfach Feuerwerk, er komponiert ein Feuerwerk", sagt Prinz. Besonders gefragt sind sogenannte Musterbomben. Dieses spezielle Feuerwerk zeichnet beispielsweise Sterne oder Smileys an den Himmel.

"Insgesamt ist der Pyrotechniker ungefähr 90 Prozent seiner Arbeitszeit mit Ausarbeitung, Aufbau und Sicherung des Feuerwerks beschäftigt", erläutert Prinz. Dabei kümmert sich der Feuerwerker auch um die notwendigen Genehmigungen, die man bei den zuständigen Behörden bekommt. Schließlich muss jede Feuerwerksveranstaltung angemeldet werden. Und dann erst die Sicherheitsvorschriften vor Ort: Die Techniker haben eine Faustformel: Pro 100 Höhenmetern müssen die Zuschauer 80 Meter Sicherheitsabstand zum Feuerwerk eingehalten werden.

Wenn jeden Tag Silvester ist, wird der Job nicht irgendwann langweilig? "Wir arbeiten auch bei Theater- und bei Filmproduktionen mit, wenn explosive Spezialeffekte gefragt sind", sagt Prinz. Dazu gehören kontrollierte Explosionen, etwa von Gegenständen oder Fahrzeugen ebenso wie die Simulation von Einschüssen am Körper mittels kleiner Sprengsätze. Um solche Aufträge bearbeiten zu dürfen, bedarf es aber noch einmal einer Zusatzausbildung im Bereich Spezialeffekte.

Der Pyrotechniker ist kein klassischer Ausbildungsberuf, sondern wird in Lehrgängen erlernt. Als Beleg für die erforderliche Sachkunde muss der angehende Feuerwerker nachweisen, dass er bei 26 Großfeuerwerken mitgewirkt hat. Dazu muss er bei einem Feuerwerksunternehmen mitarbeiten und sich dort die nötigen Kenntnisse schriftlich bestätigen lassen. Nicht jeder kann Pyrotechniker werden: Wegen der hohen Risiken, ist für den Ausbildungsbeginn ein Mindestalter von 21 Jahren angesetzt, zudem muss man körperlich gesund und extrem belastbar sein, auch eine Unbedenklichkeitsbescheinigung wird benötigt. Nach dem Ende eines mehrtägigen Lehrgangs und der erfolgreichen Prüfung erlangt der angehende Pyrotechniker dann den Feuerwerkerschein, im Fachjargon "Befähigungsschein im Rahmen des deutschen Sprengstoffrechts nach § 20 des deutschen Sprenggesetzes". Dieser Befähigungsschin gilt jedoch lediglich für das Abbrennen von Großfeuerwerken, für die eigenständige Herstellung von Feuerwerkskörper bedarf es einer speziellen Lizenz.

"Der Markt für Pyrotechnik in Deutschland ist umkämpft, denn das Geschäft ist durchaus lukrativ", erklärt Prinz. Auch in dieser Branche macht sich die Wirtschaftskrise bemerkbar. "Aufträge von Privatpersonen, also Feuerwerk beispielsweise als Geschenk zum Geburtstag oder zur Silberhochzeit, sind stark zurückgegangen", sagt Ralf Prinz. Sorgen um die Zukunft macht Prinz dennoch nicht. "Feuerwerk ist seit jeher beliebt und wird auch weiterhin gern gesehen."

Arbeitszeit: saisonbedingt variabel

Ausbildung: Lehrgänge und Prüfung

Gehalt: rund 2500 Euro brutto in Festanstellung