Prinzipiell kann sich jeder zum Diamantengutachter ausbilden lassen. Zugangsvoraussetzungen gibt es nicht. Diamantengutachter ist kein klassischer Lehrberuf, die Ausbildung erfolgt in Eigeninitiative durch das Besuchen von Kursen bei der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft e.V. In der Abschlussprüfung müssen bereits klassifizierte Steine geprüft und der exakte Wert und Reinheitsgrad festgestellt werden. Die meisten angehenden Prüfer haben bereits einen Beruf, in dem sie viel mit Edelsteinen zu tun haben. Sie sind Juweliere oder wie Märker Diamantenschleifmeister. 

Neben den fachlichen Qualifikationen bekommt der zukünftige Sachkundige auch die oberste Maxime der Branche eingebläut: Freundschaftsdienste gibt es nicht. "Der Experte darf sich nicht von finanziellen Aspekten verleiten lassen. Seriosität ist das oberste Gebot", sagt Märker. Auch wenn die große Mehrzahl seiner Kunden – vermögende Privatleute, Banken, Unternehmen – als seriös einzustufen sind; auch hier gibt es schwarze Schafe. Einmal habe ihm ein Kunde ein unseriöses Angebot unterbreitet, angenommen habe Märker es nicht. Seither ist er doppelt vorsichtig. "Habe ich auch nur den geringsten Verdacht auf unrechtmäßige Absichten seitens des Auftraggebers, breche ich die Beratung sofort ab", sagt Märker. Daher ist im Einzelfall schon einmal eine ausgiebige Recherche über den Kunden vorab Pflicht, auch zur Eigenabsicherung. Neben Unseriosität kann sich Märker auch Fehleinschätzungen bei der Wertbeurteilung eines Diamanten nicht erlauben. "In beiden Fällen wäre mein Ruf als Sachverständiger und Angehöriger eines auf Ehrlichkeit und Vertrauen basierenden Berufsstandes ruiniert", sagt Märker. Zum Glück hat er sich noch nie geirrt.

Arbeitszeit: ca. 1 bis 2 Tage in der Woche

Ausbildung: Ausbildung anhand von Kursen

Verdienst: 100 bis 120 Euro pro Stunde