Sie sind die ersten bei einem Unfall oder Notfall und sie retten Leben: Rettungsassistenten tragen eine hohe Verantwortung. Sie machen die Erstversorgung und assistieren dem Notarzt, wenn denn einer mit dabei ist. Im Ernstfall "müssen wir aber in der Lage sein, lebensrettende Sofortmaßnahmen auch eigenständig durchführen zu können", sagt Marco König. Er ist Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst. Häufig werden die Lebensretter mit Rettungssanitätern verwechselt – und umgekehrt. Dabei haben Rettungssanitäter lediglich eine dreimonatige Schulung hinter sich, sie unterstützen die Rettungsassistenten und Notärzte; Rettungsassistenten hingegen haben eine zweijährige Ausbildung absolviert und tragen mehr Verantwortung. Sie müssen einen Patienten intubieren, Zugänge zu Venen legen und Medikamente geben. 

Dafür brauchen Rettungsassistenten viel medizinisches Fachwissen. Organisationstalent und Teamfähigkeit sind ebenfalls wichtig. "Wir arbeiten Hand in Hand mit anderen Assistenten und dem Notfallarzt und müssen in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren", sagt König. Und sie müssen sehr einfühlsam sein. Besonders nach einem Unfall oder bei einem Notfall stehen die Patienten unter Schock. "Man muss sich gut um Patienten und Verletzte kümmern können und ihnen während des Transports gut zureden und sie beruhigen", sagt König.

© Tim Boyle/Getty Images

In der Ausbildung lernen die angehenden Rettungsassistenten Biologie, Physik, Chemie und natürlich Anatomie und Notfallmedizin. Auch Kenntnisse über das Straßenverkehrsrecht, Arbeitsrecht, Unfallschutz und Ethik gehören zum Lehrplan. Voraussetzung für die Ausbildung ist mindestens ein guter Hauptschulabschluss sowie ein polizeiliches Führungszeugnis. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und ist die einzige gesetzlich geregelte und staatlich anerkannte Ausbildung im Rettungsdienst. Das theoretische Wissen wird an einer Rettungsassistentenschule gelehrt. Auch ein mehrwöchiges Praktikum, beispielsweise in einer Klinik, ist Bestandteil der schulischen Ausbildung, die mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Die schulische Ausbildung ist mit Kosten von bis zu 4000 Euro verbunden, die der Auszubildende in der Regel selber tragen muss. Erst danach folgt der praktische Teil auf einer Lehrrettungswache.

Die Arbeit als Rettungsassistent ist tough und leider schlecht bezahlt. Der durchschnittliche Monatsverdienst liegt bei 1300 bis 2100 Euro brutto. Dafür müssen die Rettungsassistenten viel Ausdauer mitbringen. Schichtdienst von mehr als zwölf Stunden ist keine Seltenheit.

Jobs gibt es im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr und in Bereitschaftsstellen von Landkreisen. Zunehmend sind Rettungsassistenten auch in Krankenhäusern im Notfallbereich und in der Notaufnahme beschäftigt.

Die Arbeit ist stressig, anstrengend und erfordert ein hohes Maß an Konzentration, bietet im Gegenzug aber viel Abwechslung. "Rettungsassistenten wissen nie was der Tag bringt, es kommt keine langweilige Routine auf", sagt König. Aber: Ständige Weiterbildungen sind Pflicht. König: "Man muss ständig am Ball bleiben, um mit dem Fortschritt der Medizin Schritthalten zu können."

  • Arbeitszeit: 40 bis 48 Stunden/Woche
  • Ausbildung: zweijährige Ausbildung, staatlich anerkannt
  • Gehalt: zwischen 1300 und 2100 Euro/brutto