Anrechnung auf Hartz IV

Schüler, die Hartz IV beziehen, brauchen bei einem Ferienjob keine Angst zu haben: In den Schulferien dürfen sie bis zu 1200 Euro verdienen, ohne dass die Eltern eine Kürzung der staatlichen Leistung befürchten müssen. Stocken die Kinder dagegen regelmäßig ihr Taschengeld auf, bleibt der monatliche Verdienst nur bis zu einer Grenze von 100 Euro anrechnungsfrei. In jedem Fall aber muss der Job der zuständigen Arbeitsagentur gemeldet werden.

Bei Kindern und Jugendlichen, deren Eltern Arbeitslosengeld I erhalten, spielt die Höhe des Jobentgelts keine Rolle. Hier bleibt der Verdienst gänzlich anrechnungsfrei.

Anrechnung auf das Bafög

Bezieher von Bafög dürfen monatlich bis zu 400 Euro hinzuverdienen, also 4800 Euro im Jahr. Wessen Verdienst über dieser Grenze liegt, muss die staatliche Unterstützung zurückzahlen. Allerdings können Studenten im Härtefall bis zu 205 Euro monatlich für besondere, nachweisbare Ausbildungskosten – etwa Schul- oder Studiengebühren – vom verdienten Geld abziehen. Einkünfte aus Arbeitsverhältnissen müssen beim Antrag auf Bafög-Förderung angegeben werden.

Gefährdung des Kindergelds

Überschreitet der Verdienst eines Schülers oder Studenten eine bestimmte Grenze, so verliert er rückwirkend seinen Anspruch auf das Kindergeld. Das Geld muss zurückgezahlt werden oder kann mit laufenden Zahlungen, etwa für weitere Kinder im Haushalt, verrechnet werden. Für das Kalenderjahr 2010 liegt die kritische Einkommensgrenze bei 8004 Euro. Diese Grenze berechnet sich aus dem Bruttoeinkommen abzüglich einer Werbungskostenpauschale von 920 Euro. Abzuziehen sind darüber hinaus der etwaige Arbeitnehmerpflichtbeitrag zur Sozialversicherung sowie die freiwilligen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Auch Beiträge zur Pflegeversicherung können abgezogen werden.

Aufgrund der zeitlichen Befristung eines Ferienjobs und der Höhe der Zuverdienstgrenze droht einem Schüler eher keine Gefahr. Bei einem Studenten, der vielleicht nicht nur in den Semesterferien arbeitet, kann diese Grenze dagegen schnell erreicht sein. Daher ist es ratsam, vor Aufnahme der Beschäftigung auszurechnen, ob das Kindergeld in Gefahr ist und ob der Job eine drohende Rückzahlung der Förderung wirklich wert ist. Beim Kinderzuschlag, den Geringverdiener vom Jobcenter bekommen können, gelten engere Zuverdienstgrenzen. Hier darf ein (Ferien-)Jobber lediglich 140 Euro monatlich verdienen, ohne dass die Streichung des Zuschlags droht.

Zuerst erschienen am 28.06.2010 im Tagesspiegel