Zuerst war es eine Verdachtskündigung : Einem Mitarbeiter, der rund 228 Euro unterschlagen haben soll, wurde fristlos gekündigt – obwohl zunächst die Beweise fehlten, dass der Mann wirklich der Täter war. Die Kündigung war rechtmäßig, entschied nun das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz in einem am Montag bekannt gewordenen Urteil.

Der Mann soll mehrmals in die Kasse gegriffen haben, vermutete der Arbeitgeber. Beweisen konnte er die Taten allerdings zunächst nicht. Der gekündigte Mitarbeiter klagte gegen seine fristlose Entlassung und hatte in erster Instanz auch Erfolg. Das Arbeitsgericht Trier gab der Kündigungsschutzklage des Arbeitnehmers statt. Nun hob das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz diese Entscheidung auf. Denn der Arbeitgeber konnte nun beweisen, dass der Mann zumindest in einem Fall der Täter war. Konkret wurden an diesem Tag 228,05 Euro aus der Kasse entnommen.

Anders als das Arbeitsgericht sah das LAG die Kündigung damit als berechtigt an. Als unerheblich werteten die Richter den Vorwurf des Klägers, der Arbeitgeber habe ihm voreilig alle Taten zur Last gelegt. Da nun zumindest in einem Fall der Kläger als Täter entlarvt sei, sei aus der – vielleicht ursprünglich voreiligen – "Verdachtskündigung" eine berechtigte "Tatkündigung" geworden.

Eine Aufklärung der übrigen Fälle sei daher für die Rechtmäßigkeit des Rauswurfs nun nicht mehr notwendig (Az.: 2 Sa 519/09).