Wer bereits ein erfahrener Turner, Akrobat, Reiter oder gut im Kampfsport sei, habe deutliche Vorteile. Borysenko selbst war in seiner Jugend ein aktiver Catcher. Eher durch Zufall entdeckte er den Beruf des Stuntman für sich: Er wurde einfach angesprochen, ob er nicht als Stuntman arbeiten wolle. "Ich bin eher zufällig in das Geschäft rein gerutscht. Man hat mich damals für Treppenstürze und Schlägereien engagiert. Dann habe ich gemerkt: Das macht ja Spaß und außerdem lässt sich damit auch Geld verdienen. Dann wurde ich immer wieder engagiert", erzählt er.

Frauen sind in der Branche übrigens rar gesät, aber durchaus gefragt. Die Berufsaussichten sind für beide Geschlechter gut. "Es werden immer mehr Filme gedreht. Außerdem gibt es immer mehr Freizeitparks, bei denen Stuntmen und -women zum Einsatz kommen", sagt Borysenko.

Die meisten Stuntleute arbeiten auf freiberuflicher Basis, ein Großteil nur nebenberuflich. Gebucht werden sie oft tageweise für Filmdrehs oder Showkämpfe. Nur wenige sind, beispielsweise in Freizeitparks, fest angestellt.

Der Verdienst der Stuntleute richtet sich nach der Auftragslage und variiert stark. Mal wird ein Stuntdouble nur für einen Drehtag gebucht, mal für eine ganze Woche. Tagesgagen von 300 Euro aufwärts sind die Regel. "Die Gage ist aber auch stark davon abhängig, welche Stunts durchgeführt werden müssen. Ein Sprung aus 20 Metern kann schon einmal 1500 € kosten", sagt Borysenko.

Und wer zahlt die Versicherung? Die Stuntleute selbst, was für viele problematisch ist. Viele arbeiten ohne ausreichenden Versicherungsschutz. Erst seit wenigen Jahren gibt es einen Bundesverband deutscher Stuntleute , der mit Versicherungen über einen geeigneten Schutz für die Berufsgruppe verhandelt.

  • Gehalt: variiert, Tagesgagen von 300 Euro aufwärts, Zuschläge bei schwierigen Stunts
  • Arbeitszeit: variiert, je nach Auftragslage
  • Ausbildung: nicht staatlich geregelt, kostenpflichtige Stuntschule