Strategie - Powerfrau: Die Gehaltsverhandlung Wie verhalte ich mich erfolgreich in Gehaltsgesprächen? Marion Knaths erklärt

Männer können aufatmen: Eine neue Auswertung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden von Daten aus dem Jahr 2006 zum Einkommen von Männern und Frauen stellt fest, dass die bereinigte Lohnlücke acht Prozent beträgt. Bereinigt bedeutet, dass ausschließlich Männer und Frauen mit gleicher Qualifikation und gleicher Tätigkeit miteinander verglichen wurden.

Der durchschnittliche Unterschied zwischen den Geschlechtern beim Brutto-Stundenverdienst beträgt unverändert weiterhin 23 Prozent. Strukturelle Faktoren , die nichts mit der individuellen Bezahlung zu tun haben, spielen dabei eine wesentliche Rolle. Männer und Frauen haben oftmals unterschiedliche Berufe, Frauen sind seltener in Führungspositionen vertreten, tendenziell schlechter ausgebildet sowie öfter teilzeitbeschäftigt. Allerdings können nur zwei Drittel der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern mit solchen strukturellen Faktoren erklärt werden.

Ein weiteres Drittel ist das Ergebnis einer tatsächlich schlechteren Bezahlung pro Stunde bei gleicher Arbeit und Qualifikation. So erklären die Statistiker den Gehaltsunterschied von acht Prozent.

Ein überraschendes Ergebnis brachte der Ost-West-Vergleich : Die unbereinigte Lohnlückelag 2006 im früheren Bundesgebiet – einschließlich Berlin – bei 24 Prozent, in den neuen Bundesländern aber lediglich bei sechs Prozent. Für den bereinigten Verdienstunterschied ergibt sich dagegen das umgekehrte Bild: Frauen bekommen bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit in den neuen Bundesländern durchschnittlich zwölf Prozent weniger Lohn als Männer, in den alten Bundesländern dagegen liegt die Lohnlücke nur bei acht Prozent. 

Die Analyse der Statistiker beruht auf der Verdienststrukturerhebung 2006 mit den Daten von 3,1 Millionen Beschäftigten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatte vor Kurzem eine Studie vorgelegt, wonach Frauen generell ein deutlicher niedrigeres Gehalt als Männer akzeptieren.

Gefragt, was sie als gerechten Lohn für ihre Arbeit empfinden, gaben Frauen im Schnitt um rund ein Viertel geringere Summen an als Männer . Da Männer wie Frauen ihre Forderungen etwa in Gehaltsverhandlungen entsprechend ihren Erwartungen anpassten, könnte dieses Prinzip zu Lohnunterschieden beitragen, hieß es in der DIW-Veröffentlichung.