Weil zwei Mitarbeiter einer französischen Firma auf ihrer Facebook-Seite über ihr Unternehmen schimpften, verloren sie ihre Jobs. Nun urteilte auch das Arbeitsgericht: Die Kündigungen sind rechtens. Das entschied am Freitag das Arbeitsgericht von Boulogne-Billancourt in der Nähe von Paris. Im Dezember hatte ein Angestellter einer Projektplanungsfirma im sozialen Netzwerk Facebook auf seiner persönlichen Seite geschrieben, er sei Teil des "Clubs der Unglückseligen".

Daraufhin hatten andere Angestellte geantwortet: "Willkommen im Club." Diese und weitere Kommentare waren zwar nicht allgemein, aber auch für "Freunde von Freunden" des Facebook-Nutzers und damit andere Mitarbeiter des Unternehmens zugänglich. Die Firmenleitung entließ drei Angestellte wegen "Verunglimpfung" und wegen "Anstachelung zur Rebellion", zwei von ihnen zogen deshalb später vor Gericht.

Da sein Profil auch für Freunde von Freunden zugänglich gewesen sei, könne dies nicht mehr als Privatsphäre gewertet werden, betonte die Anwältin des Unternehmens.

Es ist nach Angaben des Anwalts der entlassenen Angestellten das erste Mal, dass die französische Justiz eine Entlassung wegen privater Kommentare auf der Internetplattform Facebook billigt. Anwalt Grégory Saint-Michel, der Widerspruch gegen die Entscheidung angekündigte, warnte andere Facebook-Nutzer vor ähnlichen Einträgen, auch wenn diese ironisch oder lustig gemeint seien. Facebook mit seinen 500 Millionen Nutzern wird regelmäßig vorgeworfen, dass die Vertraulichkeit von Informationen in dem sozialen Netzwerk nicht gewahrt sei.

Kürzlich waren auch zehn Schüler vorübergehend aus einer Schule verbannt worden, weil sie auf Facebook zu Protestaktionen gegen die mittlerweile verabschiedete Rentenreform aufgerufen hatten. Sie hätten als Strafarbeit einen Vergleich europäischer Rentensysteme aufgebrummt bekommen, berichtete die Zeitung Libération.