2008 waren fast sechs Millionen Deutsche Mitglied in einem Fitnessclub. Tendenz steigend. Mit den Mitgliedszahlen wachsen aber auch die Ansprüche der Kundschaft an Beratung, Preis und Angebot der Fitnessstudios. Viel Arbeit für Sport- und Fitnesskaufleute.

Sie kümmern sich darum, dass der Betrieb eines Fitnessclub reibungslos vonstatten geht. "Der Beruf ist eine Mischung aus Bürokaufmann und Fitnesstrainer ", sagt Birgit Schwarze, Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, kurz DSSV e.V.

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Eigentlich managen die Fachkräfte Fitnessstudios, kümmern sich darum, dass die Geräte funktionieren und sauber sind, stellen das Sortiment an Fitnessdrinks und sonstigem Sportzubehör zusammen und beraten die Kunden. Welches Trainingsangebot braucht der Sportler, muss es individuell zugeschnitten sein? Auch Büroarbeit gehört zum Arbeitsalltag der Fitnessexperten: Buchhaltung, Verwaltung, Marketing und Anschaffung von neuem Equipment. Je nach Schwerpunkt und Ausrichtung einer Fitnessanlage variieren die anfallenden Arbeiten.

Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann, beziehungsweise -frau erfolgt dual und dauert in der Regel drei Jahre. Ein Hauptschulabschluss ist Mindestvoraussetzung. Auszubildende sollten außerdem Spaß an der Arbeit mit Menschen haben, teamfähig sein und Organisationstalent mitbringen.

Aber müssen die Sportexperten selbst sportlich sein? "Ein gewisses Maß an Sportlichkeit sollten die Bewerber schon vorweisen können, ansonsten kann man die Kunden nicht umfassend genug beraten", sagt Schwarze.

Auf dem Lehrplan in der Berufsschule steht natürlich Mathematik, Deutsch und Wirtschaft. Der Beruf ist übrigens noch recht neu: Erst seit 10 Jahren ist die Ausbildung staatlich geregelt. "Die Aufgaben wurden früher häufig vom Betreiber selbst erledigt oder von Angestellten, die aus anderen kaufmännischen Bereichen kamen", sagt Schwarze.

Sport- und Fitnesskaufleute müssen vielseitig und flexibel, den Kunden gegenüber immer freundlich sein und auch Bereitschaft zeigen, auch einmal bis 22 Uhr zu arbeiten. "Schattenseiten gibt es in jedem Job. In diesem Beruf gehören die besonderen Öffnungszeiten dazu", sagt Birgit Schwarze.

Dafür bieten sich den Fitnessprofis eine Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten – nicht nur in Sport- und Fitnessclubs. So sind sie beispielsweise auch im spezialisierten Handel, im Hotelgewerbe, im Wellnessbereich oder bei Unternehmen, die Geräte und Einrichtungen für Fitnessclubs produzieren, gefragt.

  • Gehalt: ab 1580 Euro/brutto plus Erfolgsprämien bei Vertragsabschlüssen
  • Arbeitszeit: circa 40 Stunden/Woche
  • Ausbildung: staatlich geregelt; in der Regel drei Jahre, Verkürzung möglich