Tannenbaum-Verkäufer Gianni Kunstmann aus Hamburg hat an Heiligabend viel zu tun. Der 22-Jährige beschreibt, wie er diesen Tag bewältigt.

"In der Vorweihnachtszeit arbeite ich sieben Tagen die Woche, meist 14 Stunden am Tag. In der Nacht vor Heiligabend müssen wir die Tannenbäume bewachen. Es gibt einige Leute, die klauen wollen. Die brechen die Zäune auf und versuchen, die Tannen wegzuschleppen.

Am 24. Dezember verkaufe ich noch etwa 20 Bäume. Auch wenn nicht bombastisch viel los ist – ruhig ist es auf keinen Fall. Ich starte schon morgens gegen 9 Uhr, denn meine Mitarbeiter und ich müssen uns vorbereiten, den Platz herrichten und die Zäune öffnen, die das Verkaufsareal umgeben. Das ist Arbeit ohne Ende. Bis 12 Uhr sind wir auf dem Gelände. Auf den letzten Drücker kommen meistens die Leute, die die Bäume umsonst haben wollen. Viele fragen auch, ob sie die Tannen günstiger haben können.

Gegen 14 Uhr sind wir fertig mit dem Verkauf. Dann werden die Bäume auf ein Fahrzeug geladen und auf ein Feld gebracht, wo sie später entsorgt werden. Diese Fahrerei dauert bestimmt bis 19 Uhr, und wenn dann auch noch eine Panne dazwischenkommt oder der Anhänger im Schnee stecken bleibt, wird es noch später.

Wenn ich am Weihnachtsabend gegen 20 Uhr nach Hause komme, bin ich meistens so kaputt, dass ich bei der Bescherung mit dem Gesicht auf dem Tisch einschlafe. Aber ich habe etwas, worauf ich mich freue: Nach Weihnachten geht es immer in den Urlaub nach Italien." 

Zu Weihnachten schlüpft Helmut Ehrbrecht aus Köln in sein rotes Kostüm, setzt die Mütze auf und rückt den weißen Bart zurecht. Der 55-Jährige tritt als Weihnachtsmann-Darsteller auf.

"Ich mache das schon seit ein paar Jahren. Dieses Mal besuche ich drei Familien: Es geht querfeldein von Solingen nach Frechen und dann nach Bonn. Das erfordert viel Vorbereitung.

Ich spreche die Termine zunächst telefonisch oder per E-Mail mit den Kunden ab, da ich möglichst alles im Interesse der Familie machen möchte. Zusätzlich zu den Auftritten, die jeweils etwa eine Stunde dauern, muss ich selbstverständlich auch die Fahrzeit bedenken. Mein Heiligabend beginnt gegen Mittag und dauert bestimmt bis 22 Uhr. 

Es geht von Ort zu Ort. Ich plane kleine Pausen ein, da ich etwas Zeit brauche, um gedanklich für die nächste Familie frei zu sein. Ich möchte das nicht wie andere im 15-Minuten-Takt absolvieren und einen Haushalt nach dem anderen abklappern. Beim jeweiligen Kunden sind die Geschenke an einem abgesprochenen Platz deponiert. Ich stecke die Pakete in meinen Sack, ziehe mich in der Garage um, stiefele durch den Garten und klopfe an die Terrassentür. Das haben die Leute gerne, weil es für die Kinder überraschend ist.

Der Job ist allerdings auch nur möglich, weil mein Sohn mittlerweile 18 Jahre alt ist. Früher ging die Familie vor. So beginnt mein Weihnachtsfest erst am späten Abend mit einer kleinen Bescherung und einem Glas Wein. So richtig feiern wir erst am ersten Weihnachtfeiertag."