Ich bin bei einem privaten Schneeräumdienst beschäftigt. Gibt es eine Vorschrift, wie lange wir am Stück bei dieser Kälte draußen arbeiten dürfen?, fragt Andreas Borchert

Sehr geehrter Herr Borchert,

eine gesetzliche Vorschrift, die speziell das Arbeiten in der Kälte regelt, existiert nach meiner Kenntnis nicht. Als Richtlinie kann allerdings die DIN-Norm zum Klima an Arbeitsplätzen herangezogen werden.

Demnach sollten Arbeitnehmer, die bei unter -5 Grad Celsius im Freien arbeiten, maximal 90 Minuten am Stück draußen arbeiten und sich anschließend etwa 15 Minuten drinnen aufwärmen. Bei Temperaturen bis -5 Grad Celsius sollte die Höchstarbeitszeit im Freien bei 150 Minuten liegen und die anschließende Aufwärmpause 10 Minuten dauern. Liegen die Werte bei unter -18 Grad Celsius sollte nach 90 Minuten Arbeit eine Pause von 30 Minuten eingelegt werden.

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Problematisch bei solchen Werten ist immer, dass Niederschläge, Wind und anderes die Temperaturen gefühlt schneller niedriger erscheinen lassen. Zeigt das Thermometer beispielsweise -10 Grad Celsius an und der Wind bläst mit rund 10 km/h, fühlt sich die Temperatur schnell wie -15 Grad Celsius an.

Um etwaigen Ärger mit dem Arbeitgeber zu vermeiden, sollten Sie und Ihre Kollegen die Aufwärmzeiten mit Ihrem Vorgesetzten abstimmen. Denn auch ihm sollte daran gelegen sein, seine Arbeitnehmer gegen eine Unterkühlung zu schützen, um Arbeitsunfähigkeitszeiten auszuschließen. Verfügt der Betrieb über einen Betriebsrat, sollte er sich der Sache sofort annehmen.

Ihr Ulf Weigelt

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