2010 war nicht das Jahr der Arbeitnehmer, möchten viele Berufstätige meinen: Der erste und zweite Weihnachtsfeiertag fallen auf ein Wochenende. Und schon der 1. Mai, der Tag der Arbeit, war an einem Samstag. Doch das Gefühl, dass die Feiertage 2010 besonders günstig für die Unternehmen fallen, trügt: Im Vergleich zu 2009 gibt es in diesem Jahr nur 1,3 Arbeitstage mehr. Dies errechnete der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK); ein Verband, der die Interessen der Wirtschaft vertritt.

Den Firmen half die Feiertagsverteilung dennoch, auch der Handel könnte im Weihnachtsgeschäft profitieren: Die Verbraucher haben mehr Zeit zum Einkaufen.

"Wir hatten schon Jahre, die günstiger für die Unternehmen ausfielen als 2010", sagt DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier. Die 1,3 Arbeitstage mehr als im Jahr 2009 kommen dadurch zustande, dass der 1. Mai von einem Freitag durch die üblichen Kalenderverschiebungen auf einen Samstag rutschte. Gleiches gilt für den ersten Weihnachtsfeiertag.

Die Kalenderverschiebung zum Weihnachtsfest falle allerdings nicht so stark ins Gewicht, weil sie durch die kalendarische Verlagerung von Allerheiligen ausgeglichen werde, sagt Treier. War Allerheiligen 2009 an einem Sonntag, fiel der Feiertag dieses Jahr auf einen Montag. Allerdings ist Allerheiligen nur in einer Handvoll Bundesländer Feiertag. Im bundesweiten Schnitt schlägt die Verschiebung daher mit nur einem Drittel Arbeitstag mehr zu Buche.

"In den vergangenen Jahren gab es schon extremere Kalendereffekte", sagt Treier. 2004 beispielsweise habe es 4,7 Arbeitstage mehr gegeben als 2003. Das sei der stärkste Kalendereffekt seit der Wiedervereinigung gewesen. Die Verschiebung habe mit 0,5 Prozentpunkten zum Wirtschaftswachstum beigetragen, das damals 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr betrug. 2008 habe es 3,7 Arbeitstage mehr gegeben als 2007. Die Wirtschaft wuchs damals um ein Prozent, der Kalender-Effekt machte 0,35 Prozentpunkte aus. In diesem Jahr sind es 0,15 Prozentpunkte von den vom DIHK erwarteten 3,4 Prozent Wachstum.