Ob beschauliches Event mit 20 Geladenen oder Riesenspektakel mit 10.000 Gästen, jede Veranstaltung steht und fällt mit dem Catering. Rund um die Verköstigung von Gästen ist eine ganze Branche mit neuen Berufen entstanden: Wo früher Köche und Kellner ausreichten, kommt es heute vor allem auf die Catering-Manager an.

"Der Job ist sehr umfangreich", sagt Jochen Reichel. Er arbeitet bei der Nord Event GmbH in Hamburg, einer großen Eventagentur und Catering-Unternehmen in Norddeutschland. Vor allem müssen Catering-Manager hervorragend organisieren und planen können. Sie bereiten eine Veranstaltung in weiten Teilen vor, verhandeln mit den Kunden und erstellen Angebote. Sie kalkulieren die Kosten, übernehmen die Kommunikation mit den Subunternehmern, kaufen die Lebensmittel ein und sorgen sich auch um deren Lagerung. Sie weisen das Servicepersonal an, überwachen die Zubereitung der Speisen und koordinieren das Event vor Ort. Und das alles tun sie innerhalb der von den Kunden gesetzten Limits und entsprechend deren Vorstellungen. "Wenn beispielsweise ein Ball unter dem Thema Afrika stattfinden soll, dann muss alles dem Motto angepasst werden. Natürlich müssen Catering-Manager dann ein afrikanisches Menü zusammenstellen", sagt der Catering-Unternehmer.

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Der Beruf ist also eine Art Eventmanager für Gastronomie. "Während der Eventmanager eine Veranstaltung kreiert, kümmert sich der Catering-Manager von A bis Z um die Speisen und Getränke, die wir Food und Beverage nennen", erklärt Jochen Reichel.

Catering-Manager müssen stressresistent und teamfähig sein, sie brauchen Führungsqualitäten und Organisations- und Improvisationstalent. Auch müssen sie geübt im Umgang mit Kunden sein, höflich und sicher auftreten und Fremdsprachenkenntnisse haben. Gastronomische Grundkenntnisse sind zwingend. Wer außerdem Spaß an Betriebswirtschaft hat, könnte für den Beruf geeignet sein.

Eine Ausbildung zum Catering-Manager im klassischen Sinne gibt es nicht. Die meisten Fachkräfte haben bereits eine Berufsausbildung im gastronomischen oder kaufmännischen Bereich und absolvieren eine entsprechende Weiterbildung zum Catering-Manager an einer Schule des Hotel- und Gaststättengewerbes.

Offene Stellen gibt es einige. Die meisten Catering-Manager arbeiten fest angestellt bei Caterern, in Restaurants, Hotels und fleischverarbeitenden Betrieben mit angeschlossenem Cateringservice. Darüber hinaus finden sie auch Anstellungen in Betrieben für Gemeinschaftsverpflegungen, die beispielsweise für das Catering in Kliniken oder Schulen verantwortlich sind. Einige arbeiten auch auf freiberuflicher Basis und nicht wenige machen sich mit einem eigenen Unternehmen selbständig.

Feste Arbeitszeiten sind in diesem Beruf kaum möglich. Arbeitstage mit 12 bis 16 Stunden sind keine Seltenheit, Feiertage und Wochenenden sind ebenfalls nur selten frei. Dafür sind die Jobchancen umso besser. "Catering-Spezialisten, die komplexe Abläufe dirigieren und koordinieren können, haben gute Berufsaussichten", sagt Reichel. Auch der Verdienst kann sich sehen lassen: Das Bruttogehalt von Catering-Managern beginnt bei ungefähr 3000 Euro.

  • Gehalt: ab 3000 Euro/brutto, je nach Betriebsgröße;
  • Arbeitszeit: je nach Veranstaltung bis zu 16 Stunden/Tag;
  • Ausbildung: keine Ausbildung im klassischen Sinne, Weiterbildung möglich;