Wer am Arbeitsplatz trotz Verbot raucht, darf unter Umständen fristlos entlassen werden. Das geht aus einem Urteil des Arbeitsgerichts in Krefeld hervor.

Einen Berufsfahrer am Niederrhein hatte der Verstoß gegen das Rauchverbot am Arbeitsplatz den Job gekostet. Das Gericht hielt die fristlose Kündigung des 26-Jährigen für rechtmäßig und wies am Donnerstag seine Klage ab. Der Fahrer, der auch hochexplosiven Flüssigsauerstoff auslieferte, hatte seinen Rauswurf für unverhältnismäßig gehalten.

Er hatte im Oktober im Führerhaus seines Lieferwagens geraucht. Der Wagen soll zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht beladen gewesen sein. Der Arbeitgeber aber sprach von einer Restladung von 66 Litern. Ob sich tatsächlich eine explosive Ladung im Wagen befand, konnte nicht abschließend geklärt werden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (AZ: 1 Ca 2401/10).

Das Gericht bezog sich somit in seiner Begründung nicht auf die gefährliche Ladung, sondern auf den Arbeitsvertrag und eine Zusatzerklärung, die der Fahrer erst vier Monate vor dem Vorfall unterschieben hatte. Darin hatte er sich verpflichtet, das absolute Rauchverbot einzuhalten. Dies habe in allen Lieferwagen und im Umkreis von mindestens zehn Metern gegolten. Dem Rauswurf hätte nach Meinung des Gerichts keine Abmahnung vorausgehen müssen.