Ein Nachhilfelehrer ist mit einer Berufungsklage wegen Geschlechterdiskriminierung gescheitert. Der Mann hatte sich auf eine Internet-Anzeige beworben, in der eine weibliche Hausaufgabenbetreuung für zwei Schülerinnen gesucht wurde. Als er eine Absage erhielt, weil die Stelle bereits vergeben sei, forderte er von den Eltern fast 2000 Euro Schadenersatz wegen Diskriminierung.

Das Arbeitsgericht Köln hatte die Klage in erster Instanz abgewiesen und dies unter anderem damit begründet, die Entscheidung, die Hausaufgabenbetreuung von Mädchen nur einer Frau zu übertragen, falle unter das vom Grundgesetz geschützte Erziehungsrecht der Eltern.

Gegen die Entscheidung ging der Mann in Berufung. Er meinte, mit dem gleichen Argument müsste es dann auch Eltern erlaubt sein, Lehrer eines bestimmten Geschlechts in öffentlichen Schulen abzulehnen. Offenbar gehe das Gericht davon aus, dass in jedem Mann ein "potenzieller Sittentäter" stecke.


Das Kölner Landesarbeitsgericht ließ in dem am Dienstag veröffentlichten Urteil die Frage der Diskriminierung offen. Die Richter entschieden, der Nachhilfelehrer sei schon allein deshalb nicht benachteiligt worden, weil die Stelle zum Zeitpunkt seiner Bewerbung schon besetzt war.