Was muss ich als Arbeitgeber bei den heißen Temperaturen bezüglich Tätigkeiten im Freien berücksichtigen?, fragt Guido Groschek.

Sehr geehrter Herr Groschek,

Hitzephasen im Somme r belasten besonders Personen, die im Freien körperlich arbeiten. Neben der Hitze sind dabei auch UV-Strahlen und die Ozonbelastung eine erhebliche Gefahr, denn nicht immer reichen grundlegende Schutzmaßnahmen aus. Es gehört zu Ihren Arbeitgeberpflichten, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

Folgendes müssen Sie bei Arbeiten im Freien bei Temperaturen von über 25° C im Schatten beachten: Sie müssen Ihre Beschäftigten über die Gefahren durch Hitze, UV-Strahlung und Ozon informieren und ihnen sagen, wie sie sich schützen können. Sie müssen zudem die Umgebungsbedingungen Ihrer Leute am Arbeitsplatz kontinuierlich beobachten und das Befinden der Beschäftigten kontrollieren. Sorgen Sie auf jeden Fall für schattige Pausenplätze und genügend kalte Getränke.

Erinnern Sie Ihre Beschäftigten auch daran, genügend zu trinken. Bei hochsommerlichen Temperaturen sollten sie auf sehr schwere Arbeiten verzichten oder diese in die frühen Morgenstunden verlegen. Stellen Sie Ihren Mitarbeitern auch leichte Kleidung zur Verfügung, die vor der Sonne schützt, aber die Verdunstung von Schweiß zulässt. Dazu zählen auch geeignete Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen mit UV-Filter sowie geeignete Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor.

Sollte einer Ihrer Mitarbeiter Anzeigen von Hitzeerkrankungen zeigen, beispielsweise Schwäche, Schwindel oder Übelkeit, müssen Sie reagieren.

Bei Temperaturen über 30 Grad im Schatten empfehlen sich folgende zusätzliche Maßnahmen: Wenn die Arbeit in der prallen Sonne nicht vermieden oder verschoben werden kann, sorgen Sie für eine künstliche Beschattung. Auf Baustellen lassen sich Sonnensegel oder Sonnendächer aufstellen. Jetzt sollten Sie auch die Arbeitszeiten anpassen. Verschieben Sie beispielsweise den Arbeitsbeginns in die frühen Morgenstunden, erlauben Sie eine ausgedehnte Mittagspause, so dass Ihre Beschäftigten erst ab dem späten Nachmittag und dafür bis in den späten Abend arbeiten. Aber beachten Sie, dass zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn mindestens elf Stunden liegen müssen.

Machen Sie stündlich kurze Pausen von etwa fünf Minuten an einem schattigen Platz. Bei so hohen Temperaturen ist es auch nötig, dass Sie Mitarbeiter mit belastender persönlicher Schutzausrüstung (z.B. Schutzanzüge, Atemschutzmasken usw.) von einer zweiten Person überwachen lassen.

Wenn es noch heißer wird – bei Temperaturen über 35 Grad im Schatten beziehungsweise bei schwülem Klima über 32 Grad und hoher relativer Luftfeuchtigkeit über 75 Prozent – sind folgende diese Maßnahmen empfehlenswert: Jetzt müssen Sie sehr schwere Arbeiten auf das absolut Notwendige reduzieren. Sie müssen zudem sicherstellen, dass Ihre Mitarbeiter zwei- bis dreimal pro Stunde mindestens 300 Milliliter bis einen halben Liter trinken. Auch müssen Sie jede Stunde an einem kühlen und schattigen Ort mindestens 15 Minuten Pause gewähren.

Vergewissern Sie sich als Arbeitgeber im Rahmen Ihrer Fürsorgepflicht regelmäßig, dass Ihre Mitarbeiter die Schutzmaßnahmen auch tatsächlich einhalten.

Ihr Ulf Weigelt