Obwohl viele Zirkusse mit sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen haben , sind Kinder- und Jugendzirkusprojekte beliebt. Von der AG in der Schule über den Kurs im Sportverein oder Jugendzentrum bis hin zum Jugendzirkusfestival mit mehreren Mitarbeitern: Zwischen 500 und 1.000 solcher Projekte für Kinder und Jugendliche gibt es bundesweit derzeit.

Im Gegensatz zu den Artisten, die in kommerziellen Berufszirkussen auftreten und meist eine professionelle Artistenausbildung genossen haben, sind in den Kinder- und Jugendprojekten Zirkuspädagogen für die Ausbildung zuständig.

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"Wie im echten Zirkus stehen auch bei uns die typischen Disziplinen auf dem Programm. Dazu gehören Akrobatik, Artistik, darstellende Kunst, Clownerie und Inszenierung", sagt Zirkuspädagoge Bruno Zühlke vom Zentrum für Artistik und Theater Jojo .

Hauptaufgabe ist die Arbeit mit den Kindern: Unterricht in den verschiedenen Disziplinen, von Jonglage über Einrad fahren, Diabolo spielen bis Seiltanz. Dabei arbeiten die Pädagogen nicht ausnahmslos nur mit Kindern und Teenagern zusammen, es gibt auch Angebote für Erwachsene, Behinderte und Senioren. Schließlich dienen die Übungen auch dem Erhalt und der Verbesserung der motorischen Leistung.

Zirkuspädagogik ist eine Mischung aus Pädagogik, Kunst und Therapie. Zirkusprojekte fördern motorische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen.

Darum werden Zirkusprojekte auch in der Sozialarbeit mit Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen eingesetzt. Zirkus ist schließlich mehr als Sport. Es geht auch darum, in andere Rollen zu schlüpfen, Grenzen zu überwinden, miteinander in Kontakt zu treten. "Wir sind immer ein Stück weit auch Sozialpädagogen", sagt Zühlke.