Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Arbeitsunfälle seit Langem deutlich angestiegen. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen zählten im 2010 954.459 Arbeitsunfälle in Deutschland, das sind 7,7 Prozent mehr als 2009. 519 Menschen verloren im Job ihr Leben, das sind 63 mehr als im Jahr zuvor.

Dabei stieg die Zahl der Arbeitsunfälle stärker als die Zahl der Arbeitsstunden, so die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 59,1 Milliarden Stunden.

Die Zahl der Arbeitsstunden ist eine wichtige Bezugsgröße, denn sie gibt Aufschluss über das Arbeitstempo, das mit der guten konjunkturellen Entwicklung gestiegen ist. "Ein höheres Arbeitstempo lässt aber auch das Unfallrisiko steigen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Unfallversicherung, Joachim Breuer.

Allerdings haben auch Schnee und Eis zu Beginn und Ende des vorigen Jahres zu mehr Unfällen geführt. Mitarbeiter der Logistikbranche, Postboten und Zeitungsausträger waren nach Angaben der Versicherung besonders stark von Unfällen auf glatten Straßen und Bürgersteigen betroffen. Die Zahl der Wegeunfälle stieg 2010 im Vorjahresvergleich um 25,4 Prozent auf 223.973. Tödlich endeten 367 Wegeunfälle.