Der Joballtag ist heftig. Leichenfundortreiniger müssen daher physisch und psychisch belastbar sein, gleichzeitig sollten sie mit Menschen umgehen können. Denn meist haben sie Kontakt zu den Hinterbliebenen.

Eine Ausbildung zum Tatort- oder Leichenfundortreiniger gibt es nicht. Frauenstein rät zu einer Ausbildung zum Desinfektor. Der Beruf ist staatlich anerkannt und kann in einem nur drei- bis vierwöchigen, kostenpflichtigen Lehrgang erlernt werden. Zu den Ausbildungsinhalten gehört natürlich der Umgang mit Desinfektionsmitteln. Außerdem werden Hygienevorschriften sowie Kenntnisse über Bakterien, Viren und Schädlinge vermittelt. Die Auszubildenden lernen, wann sie welche Chemikalien einsetzen können, wie Räume begast werden und welche Schutzvorkehrungen dafür notwendig sind. Desinfektoren werden außer bei der Leichfundortreinigung auch bei Epidemien eingesetzt. Sie arbeiten in Schulen, Krankenhäusern und in der Lebensmittelindustrie.

"Auch wenn keine Ausbildung für die Tatortreinigung vorgeschrieben ist: Die Arbeit sollte eigentlich nur ein ausgebildeter Desinfektor machen", rät Frauenstein. Mittlerweile würden auch Gebäudereinigungen, Haushaltsauflöser oder einfache Putzunternehmen den Service anbieten. "Einige haben nicht das erforderliche Wissen und technische Know-how um eine fachgerechte Leichenfundreinigung und Geruchsneutralisation durchzuführen", kritisiert Frauenstein.

Und wie verhalten sich Menschen, wenn sie erfahren, welchen Beruf Frauenstein ausübt? Reagieren sie abwertend und angewidert? Frauenstein verneint. "Genau das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Menschen haben Hochachtung vor unserem Beruf und finden das extrem spannend".

Nicht ganz einfach ist jedoch die Jobperspektive. Es gibt mehr Interessenten als freie Arbeitsstellen. Frauenstein mag seine Tätigkeit trotz der vielen Schattenseiten dennoch: "Angehörige sind oft sehr dankbar, dass wir diese unangenehme Arbeit für sie erledigen. Das ist dann eine echte Anerkennung."

  • Gehalt: 20 Euro/Stunde (Brutto);
  • Arbeitszeit: 40 Stunden/Woche;
  • Ausbildung: keine Ausbildung vorgeschrieben, Ausbildung zum staatlich anerkannten Desinfektor sinnvoll;