In Großraumbüros ist Lärm oft das größte Problem. Wenn sich störende Geräusche durch klingelnde Telefone, Gespräche der Kollegen und Tastaturgeklacker nicht verhindern lassen, sollten Arbeitnehmer klären, wie sie sich besser gegen Störquellen abschirmen können. Meist helfen Raumtrenner und geräuscheschluckende Büromöbel. Auch eine Umstrukturierung der Arbeit kann sinnvoll sein: Feste Telefonzeiten, ein Verhaltenskodex für das Arbeiten im Großraumbüro und das Umstellen von lärmenden Geräten wie dem Kopierer können helfen. Musik per Kopfhörer oder Oropax schützen gegen Lärm.

Lässt sich an den Arbeitsbedingungen im Büro nichts verändern, bleibt die eigene Einstellung: Wenn man sich durch etwas gestört fühlt und seine Aufmerksamkeit darauf lenkt, dringt die Störung noch stärker ins Bewusstsein. Auf diese Weise lenkt man sich selbst ab. Studien zeigen, dass die Leistungsfähigkeit größer ist, wenn Mitarbeiter unveränderbare Störquellen akzeptieren. Das ist sicher keine Lösung für dauerhafte, gegen den Arbeitsschutz verstoßende Arbeitsbedingungen, aber ein Trick für gelegentliche, leichte Störquellen im Großraumbüro.

Die Arbeitsorganisation

Um sich dauerhaft gut konzentrieren zu können, brauchen Mitarbeiter die Möglichkeit, sich ihre Arbeitszeit selbst zu gestalten – sofern das möglich ist. Als Arbeiter an einem Fließband sind die Möglichkeiten sicherlich begrenzt. Büromitarbeiter können ihren Arbeitstag in der Regel zu einem gewissen Grad selbst organisieren, die Aufgaben oft selbst priorisieren und frei darüber entscheiden, was sie zuerst erledigen und wann sie eine Pause einlegen . Das ist wichtig – denn so kann man Müdigkeitserscheinungen sofort entgegenwirken. Sinnvoll ist es, etwa alle 30 Minuten eine kleine Pause von etwa zwei Minuten einzulegen oder die Tätigkeit zu wechseln – spätestens dann, wenn man Unkonzentriertheit bemerkt.

Wenn eine Aufgabe als unangenehm oder langweilig empfunden wird, ist auch die Konzentration nicht sehr hoch. Es hilft, die unangenehmste Aufgabe als erstes zu erledigen. Denn zu Beginn des Arbeitstages ist die Leistungsfähigkeit am größten. Danach sollte man sich selbst loben – und sich eine kleine Belohnung gönnen. Das kann eine Kaffeepause sein, ein Gespräch mit einem Kollegen oder der Wechsel zu einer angenehmeren Aufgabe. Der amerikanische Psychologie-Professor Albert Bandura fand heraus, dass Eigenlob tatsächlich die Motivation und Leistung erhöht.

Bewegung und Ernährung

Einfluss auf unsere Leistungsfähigkeit haben natürlich die Bewegung und Ernährung. Nicht nur für den Rücken ist es gut, etwa alle halbe Stunde für Bewegung zu sorgen. Das kann der Gang zum Kopierer, zur Toilette oder Kaffeeautomaten sein, oder Rücken- und Nackenübungen am Arbeitsplatz. Darüber hinaus empfiehlt sich ausreichend Sport. Wenn schon nicht regelmäßig in der Freizeit, dann doch bitte mehr Bewegung im Joballtag – mit dem Rad zur Arbeit, in der Mittagspause spazieren gehen und statt den Lift die Treppen benutzen.

Noch wichtiger ist die Ernährung. Auch Kopf- und Büroarbeit kosten Energie. Die Konzentration lässt dann nach, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt. Kurzfristig helfen schnell verwertbare Süßigkeiten und Weißmehlprodukte, nach einer Weile sinkt der Blutzuckerspiegel aber rasch wieder ab. Besser sind Obst, Gemüse und Vollkornprodukte.