Zwar sei der europaweite Zuwachs in den vergangenen beiden Jahren mit knapp zwei Prozent so hoch gewesen wie selten, allerdings gehe bereits die Hälfte davon auf Frankreich zurück. Dort gibt es seit 2011 gesetzliche Vorgaben . Laut EU-Kommission gibt es neben Frankreich nur in Belgien , Italien , den Niederlanden und Spanien Quoten für private Unternehmen. Doch nicht in jedem dieser Länder folgen auch Sanktionen, wenn die Quote nicht eingehalten wird.

Deutschland ist mit Blick auf den Frauenanteil in den Vorstandsetagen mit drei Prozent internationales Schlusslicht. Zwar holen deutsche Unternehmen einer Studie zufolge bei der Frauenförderung insgesamt etwas auf. So investieren inzwischen rund 80 Prozent in die Förderung von Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das geht aus einer Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey hervor. Viele Programme seien aber erst seit 2010 eingeführt und würden noch kaum Wirkung zeigen. Daher liege Deutschland im Vergleich auch weiter ganz hinten.

Dabei trägt ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Spitzenpositionen nachweislich zu besserer Unternehmensleistung , stärkerer Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichem Gewinn bei. So erzielen beispielsweise laut einem McKinsey-Bericht Unternehmen mit einer ausgewogenen Beteiligung von Männern und Frauen einen 56 Prozent höheren Betriebsgewinn als rein männlich besetzte Unternehmen.

Gleichberechtigung - Ursula von der Leyen im Gespräch Die Bundesministerin für Soziales und Arbeit, Ursula von der Leyen, im Interview über die Frauenquote, Kinderbetreuung und Lohngleichheit bei Männern und Frauen.

In Deutschland hat sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bisher offen für eine feste Quote für Großunternehmen gezeigt, Kanzlerin Angela Merkel und Familienministerin Kristina Schröder (alle CDU ) lehnen dies ebenso wie der Koalitionspartner FDP jedoch ab. Von der Leyen begrüßte Redings Vorstoß. Mehr Frauen in Führungspositionen fänden sich vor allem in den Ländern mit gesetzlichen Schritten, sagte sie dem Tagesspiegel vom Mittwoch.

SPD-Vize Manuela Schwesig sagte dem Hamburger Abendblatt , ein Gesetzgebungsverfahren sei längst überfällig und biete eine klare Perspektive für Frauen. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock betonte: "Die freiwillige Vereinbarung zwischen Wirtschaft und Politik ist schlicht gescheitert." Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) begrüßte die Forderung. Vor wenigen Tagen hatten Hunderte von Journalistinnen eine Frauenquote für die Medienbranche gefordert.