Werden befristete Verträge von Managern nachweisbar aus Altersgründen gekündigt oder nicht verlängert, haben auch sie Anspruch auf Schadenersatz wegen Altersdiskriminierung . Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil.

Ein Stellenbewerber auf einen Geschäftsführerposten muss laut Urteil nur nachvollziehbar darlegen, dass er aus Altersgründen nicht eingestellt oder verlängert worden ist. Das Unternehmen habe dann zu beweisen, dass der Bewerber nicht wegen seines Alters oder aus anderen unzulässigen Gründen benachteiligt wurde.

Im aktuellen Fall hatte der Geschäftsführer der Kölner Kliniken mit der Stadt als Träger der GmbH einen Fünfjahresvertrag geschlossen. Darin war vereinbart, dass beide Seiten ein Jahr vor Vertragsende über dessen Neuauflage verhandeln. Die Stadt ließ den Vertrag des 62-Jährigen aber auslaufen und stellte stattdessen einen 41-Jährigen ein.

In der Presse begründete der Aufsichtsratsvorsitzende diesen Schritt mit dem fortgeschrittenen Alter des Klägers, das bei einer Vertragsverlängerung um weitere fünf Jahre der Forderung nach "Führungskontinuität" entgegenstehe. Die Kliniken bräuchten also einen Mann, der sie längerfristig führen könne, der Amtsinhaber jedoch müsse ohnehin mit 65 Jahren aufhören.

Anspruch auf Entschädigung

Laut Urteil ist damit der Tatbestand der Altersdiskriminierung erfüllt. Der Kläger habe Anspruch auf Ersatz seines Vermögensschadens wegen nicht erhaltener Gehälter sowie auf eine Geldentschädigung für Persönlichkeitsrechtsverletzung, urteilten die BGH-Richter.

Der Fall wurde vor dem BGH verhandelt, weil der Kläger nicht normaler Arbeitnehmer, sondern Geschäftsführer einer GmbH war – für ihn sind die Arbeitsgerichte nicht zuständig.

Die Höhe seiner Entschädigung muss nun die Vorinstanz bestimmen. Der Kläger hatte 110.000 Euro gefordert. Für zahlreiche Berufsgruppen – von Verkäuferinnen bis Piloten – hatten Gerichte bereits den Anspruch auf Schadenersatz wegen Altersdiskriminierung bejaht.