Die ersten Unternehmen haben bereits auf die zunehmende Belastung durch Erreichbarkeit reagiert. Der Betriebsrat von Volkswagen hat für die VW-Beschäftigten Ende 2011 eine " Blackberry-Pause" nach Feierabend durchgesetzt . "Aus der Belegschaft und vom Unternehmen selbst kommen nur positive Reaktionen", sagte der Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh .

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) teilte mit, es stehe jedem Unternehmen frei, solche Übereinkünfte in Dienstanweisungen oder Betriebsvereinbarungen zu regeln. "Kein Arbeitnehmer ist verpflichtet, mehr zu leisten, als er vertraglich schuldet. Umgekehrt gilt aber auch: Engagement und Leistungsbereitschaft sollten nicht zwangsweise eingeschränkt werden", heißt es in einer Stellungnahme der BDA.

Wirtschaftspsychologe Alexander Cisik wies darauf hin, dass die Erreichbarkeit nicht jeden gleichermaßen unter Druck setze. "Ich würde nicht grundsätzlich sagen, dass eine permanente Erreichbarkeit krank machen kann." Wenn man auf eine dringende Nachricht warte, könne man sein Informationsbedürfnis ad hoc stillen. "Wenn aber der Arbeitgeber wissentlich oder eher unterschwellig seine Mitarbeiter nachts oder auch am Wochenende kontaktiert, dann entsteht daraus natürlich eine Drucksituation", sagt der Experte. Deshalb müssten Führungskräfte und Mitarbeiter klare Regeln aufstellen.