Was ist zu tun, wenn mehrere Mitarbeiter frei haben wollen oder früher nach Hause gehen möchten?

Sofern Vertrauensarbeitszeit im Betrieb besteht und die Mitarbeiter viele Überstunden angehäuft haben, sind die EM-Wochen eine Möglichkeit, diese abzubauen. Arbeitgeber sollten aber natürlich darauf bestehen, dass es in der Firma nicht zu personellen Engpässen oder Produktionsschwierigkeiten kommt.

Ansonsten gilt, was bei der Genehmigung von Urlaub generell zu beachten ist : Der Arbeitnehmer kann seinen Urlaubszeitpunkt frei wählen. Der Arbeitgeber ist an den Wunsch des Mitarbeiters gebunden. Er darf den Urlaub nur verweigern, wenn zwingende betriebliche Gründe dagegen sprechen. Solche Gründe können sein: die Notwendigkeit, einen Auftrag fristgerecht zu erfüllen, personelle Engpässe in Saison- oder Kampagnebetrieben, plötzlich auftretende Produktionsnachfragen, Jahresabschlussarbeiten, Betriebsferien oder krankheitsbedingte personelle Ausfälle.

Ebenfalls relevant sind möglicherweise auch die Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten Vorrang haben. Und lehnt der Arbeitgeber den Urlaubsantrag aus zwingenden betrieblichen Gründen ab, muss er den Urlaub auf jeden Fall zu einem anderen Zeitpunkt genehmigen.

Hafte ich als Arbeitgeber, wenn die Mitarbeiter beim EM-Gucken trinken und später einen Arbeitsunfall haben?

Jein – entscheidend ist, in welchem Maße der alkoholisierte Mitarbeiter für den Arbeitsunfall verantwortlich ist. Denn generell dürfen sich Mitarbeiter nach § 15 Abs. 2 BGV A 1 nicht durch Alkoholkonsum in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können. Fürs kollektive Fußball-Gucken gilt dennoch: Arbeitgeber sollten auf Nummer sicher gehen und Alkohol besser ganz verbieten.

In Haftungsfragen ist zu berücksichtigen, ob der Chef den Alkoholkonsum bei der Arbeit generell erlaubt hat. Dabei kommt ihm eine besondere Fürsorgepflicht zu. Er muss nämlich darauf achten, dass betrunkene Arbeitnehmer nicht mehr beschäftigt werden. Dabei kann er einen strengen Beurteilungsmaßstab anlegen, wann von einer Gefährdung auszugehen ist.

Für Personenschäden bei Arbeitsunfällen haften Arbeitgeber übrigens vom Grundsatz her nicht. Mitarbeiter müssen ihre Ansprüche nach einem Arbeitsunfall bei den Berufsgenossenschaften im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung geltend machen. Einzige Ausnahme sind vorsätzlich verursachte Personenschäden.