Stimmt es, dass eine Kündigung unwirksam sein kann, wenn Personalbezeichnungen auf Englisch angeführt werden?, fragt Christoph Zimmermann.

Sehr geehrter Herr Zimmermann,

englischsprachige Bezeichnungen wie Facility Manager, Business Developer oder CEO für Positionen in den verschiedensten Hierarchieebenen sind in Deutschland mittlerweile keine Seltenheit mehr. Bei einem Kündigungsschreiben jedoch sollten Sie im Zweifel auf diese Bezeichnungen verzichten – wie auch aktuell ein Urteil des Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern (AZ.: 2 Sa 290/11) zeigt .

In diesem Fall unterschrieb ein Contact Center Manager (CCM) die Kündigung einer Mitarbeiterin. Die jedoch wusste nicht, dass der Contact Center Manager der Niederlassungsleiter war – und nahm dies zum Anlass, die Kündigung unverzüglich zurückzuweisen. Die Zurückweisung erfolgte mit der Begründung, der CCM hätte keine Kündigungsberechtigung.

Zu Recht, so die Richter des LAG Mecklenburg-Vorpommern . Auch wenn ein Niederlassungsleiter durchaus berechtigt ist, Kündigungen auszusprechen, die Arbeitnehmer müssen jedoch wissen, dass es sich bei dem CCM um den Niederlassungsleiter handelt. Und da das hier nicht der Fall war, war die ausgesprochene Kündigung demzufolge unwirksam.

Sofern Sie nicht selbst Betriebsinhaber oder Geschäftsführer sind, sollten Sie der Kündigung eine Vollmacht beifügen. Dadurch wird deutlich, dass Sie auch tatsächlich befugt sind, die Kündigung auszusprechen.

Auf Nummer sicher gehen Unternehmen, wenn sie grundsätzlich auf englische Personalbezeichnungen verzichten. Dies gilt vor allem für gerichtliche Auseinandersetzung.

So hatte bereits die 19. Kammer des Arbeitsgerichts Berlin in einem Fall darauf hingewiesen, in dem es um einen Assistant Store Manager (also einen stellvertretenden Filialleiter) ging, dass die Gerichtssprache Deutsch ist.

Ihr Ulf Weigelt