Schauspieler Omar Sharif spielt es, ebenso die ehemalige Profi-Tennisspielerin Martina Navratilova und Microsoft-Gründer Bill Gates . Sie alle gelten als große Fans des Kartenspiels Bridge. Damit bestätigen sie ein Klischee, das Bridge seit Jahren anhaftet. Es sei, so heißt es, ein Spiel für Angehörige besserer Gesellschaftsschichten in gesetztem Alter. Doch das stimmt nicht ganz.

Bei Klaus Maaß wollen auch junge Spieler Bridge lernen, und seine Schüler kommen aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten. Maaß ist Gründer des BridgeClub Berlin und hauptberuflicher Bridgelehrer. Viele Leute spielten Bridge, sagt er. Doch nur wenige verstünden das Spiel wirklich.

"Das Spiel ist sehr komplex. Jede Spielrunde kann sich von anderen unterscheiden", sagt er. Zu ihm kämen auch Bridgespieler, die zwar die Regeln kennten, aber so gut wie nie gewännen. "Weil sie keine Taktik beherrschen", sagt Maaß.

Die richtige Taktik entscheidet

Im Gegensatz zu den meisten anderen Kartenspielen ist Bridge kein reines Glücksspiel, sondern sehr taktisch geprägt. Immer zwei Paare treten gegeneinander an, gespielt wird mit 52 Karten. Das Spiel besteht aus zwei Phasen. Die erste, in der die Anzahl der Stiche vorhergesagt werden muss, die gewinnt, wird "Reizen" genannt. Die Paare überbieten sich in der Anzahl der zu spielenden Stiche gegenseitig. Außerdem wird in dieser Phase festgelegt, ob es eine Trumpffarbe gibt. 

In der zweiten Phase muss ein Paar die zuvor festgelegte Stichzahl erreichen. Gelingt ihm das oder schafft es sogar mehr Stiche, erhält es Punkte. Seine Gegenspieler hingegen versuchen, genau das zu verhindern, und punkten, wenn es ihnen gelingt.

Maaß gibt bis zu drei Kurse an vier Tagen in der Woche, für Anfänger wie für fortgeschrittene Turnierspieler. Er erklärt das Spiel und die Regeln. Erfahrenen Spielern bringt er neue Techniken bei. "Unter meinen Schülern sind auch Leute, die schon 25 Jahre spielen und ihre Kenntnisse auffrischen möchten", sagt Maaß. Bevor er den Unterricht beginnt, beobachtet er neue Schüler bei einigen Partien Bridge. So kann er sehen, was sie schon gut können, welche Fehler sie machen und was man verbessern kann.

Seine Kurse gibt der Bridgelehrer überwiegend nachmittags und abends. Getränke und kleine Snacks, die er bereitstellt, sollen dabei für eine entspannte Atmosphäre sorgen. "Die Gäste müssen und sollen sich wohlfühlen."