Müde, abgespannt, unkonzentriert? Wenn der Kaffee nicht mehr wirkt, hilft Bewegung, um die Konzentrationsfähigkeit wieder zu steigern. Kurz vor die Tür gehen, ein wenig Gymnastik – Tipps für müde Büroarbeiter gibt es jede Menge. Aber kaum eine Übung ist so effektiv wie Jonglage.

Jonglieren im Büro? Es gibt eine Reihe guter Gründe dafür. Das haben gleich mehrere Studien bestätigt.

Durch die sanften Bewegungen beim Werfen und Fangen werden Körper und Hirn gut durchblutet. Das Gehirn bekommt auf diese Weise Sauerstoff, beide Gehirnhälften müssen zusammenarbeiten – das fördert die Wahrnehmung.

Die Gehirnhälften sind über einen Balken mit etwa 300 Millionen Nervenleitungen miteinander verbunden. Beim Jonglieren wird diese Region ganz besonders aktiviert. Gleichzeitig wird das Protein BDNF gebildet, das für das Wachstum neuer Gehirnzellen sorgt. Forscher der Uni Regensburg fanden in einer Studie im Jahr 2004 heraus, dass das Gehirnvolumen der Probanden nach regelmäßigen Jonglage-Übungen zunahm.

Jonglieren macht schlau

Man wird also nicht nur wacher und konzentrierter – sondern auch schlauer . Zugleich entspannt Jonglieren. Durch die Bewegung werden Stresshormone abgebaut. Und nicht nur das: Jonglage ist erstaunlich schnell und einfach erlernbar, in jedem Alter. Zwar glauben viele, es käme auf Geschicklichkeit, Koordination oder Talent an. Aber das ist ein Irrglaube.

Die allermeisten Menschen erzielen beim Spiel mit zwei bis drei Bällen schon nach wenigen Minuten erste Erfolge. Die Erfahrung gibt Selbstvertrauen, der Jongleur wird innerhalb weniger Minuten sicherer. Mit dem Selbstbewusstsein wächst auch der Spaß an der Jonglage. Das Glückshormon Dopamin wird ausgestoßen; es macht zufrieden und wach.

Hinzu kommt, dass Jonglage so gut wie überall möglich ist und bis auf die Anschaffung von drei Bällen nichts kostet. Selbst im Großraumbüro lässt sich in der Pause kurz jonglieren – das trägt auch zur Erheiterung (und wenn man die Kunst erst beherrscht, zum Erstaunen) von Kollegen und Kunden bei.

Jonglieranleitung fürs Büro

Wer es ausprobieren möchte, findet im Netz viele einfache Anleitungen – beispielsweise auf der Seite jonglier-fix.de oder in diesem Video.

Wichtig ist, das Spiel mit den Bällen in aufeinanderfolgenden Schritten zu erlernen. Darum ist die erste Übung immer: Mit einem Ball starten und diesen von der rechten auf Augenhöhe in die linke Hand zu werfen. Die Hände sollten dabei nicht zu hoch genommen werden. In einer weiteren Übung werden schon beide Gehirnhälften angesprochen: Hier nimmt man zwei Bälle. Während beispielsweise die linke den Ball nach oben wirft, tippt die rechte Hand zur linken – und zwar waagerecht. Wenn der Ball den höchsten Punkt erreicht hat, ist es Zeit, die rechte Hand schnell wieder zurückzuziehen.

In einer dritten Übung werfen linke und rechte Hand die Bälle senkrecht nach oben. Wenn die Bälle am höchsten Punkt sind, werden die Hände gekreuzt – die rechte Hand fängt den linken Ball, die linke Hand den rechten. Bis man diese Übung kann, dauert es eine Weile. Aber sie ist die ideale Voraussetzung für die Jonglage mit drei Bällen. Dazu gehört auch folgende vierte Übung: Beide Bälle werfen – aber nacheinander und überkreuz. Die rechte Hand wirft den Ball zur Mitte. Hat dieser den höchsten Punkt erreicht, wirft die linke Hand ihren Ball. Der Ball, der mit rechts geworfen wurde, wird nun mit links gefangen, der linke mit der rechten Hand.

Mit einer fünften Übung wird dann die Drei-Ball-Jonglage vorbereitet: In der linken Hand befinden sich zwei Bälle. Geworfen wird der vordere, der hintere rutscht nach vorne. Hat die rechte Hand den ersten Ball gefangen, rutscht dieser nach vorne. Der zweite Ball wird mit dem Handteller gefangen. Das ist auch schon das ganze Geheimnis.

Erstmal aufs Werfen, dann aufs Fangen konzentrieren

In einem sechsten Schritt lässt sich dann das Jonglieren mit drei Bällen ausprobieren. Die linke Hand hat zwei Bälle, die rechte einen. Die Bälle werden im Wechsel geworfen: Die linke Hand beginnt. Ganz wie in der vorangegangenen Übung wird der rechte Ball geworfen, wenn der linke den höchsten Punkt erreicht hat. Einzige Herausforderung: Hat die rechte Hand geworfen, muss sie nur schnell fangen. Hat der rechte Ball den höchsten Punkt erreicht, wird der letzte Ball aus der linken Hand geworfen. Am Ende eines Durchgangs hat rechts zwei Bälle, links nur einen. Dann folgt der Wechsel.

Klappen die ersten Versuche noch nicht, sollte man sich auf die Würfe konzentrieren und die Bälle erst einmal zu Boden fallen lassen. Und man sollte zwischen den Übungen wechseln. Nach einer schweren Übung immer mal wieder eine leichte (Werfen mit nur einem Ball) durchführen. Beim nächsten Durchgang gelingt die schwierigere Übung etwas einfacher. Wichtig ist auch: Intensives, langes Training am Stück bringt gar nicht viel. Ideal sind fünf bis zehn Minuten am Tag oder zweimal drei bis fünf Minuten in der Kaffeepause.