An Selbstbewusstsein fehlt es häufig auch Menschen mit schlaffem Handschlag. Möglicherweise haben sie auch einfach kein Interesse an ihrem Gesprächspartner. Andere wiederum geben zwar die Hand, aber runden sie dabei so, dass ein hohler Innenraum entsteht – die Berührung findet so nur minimal statt. Das macht Distanz deutlich.

Auf Abstand gehen auch Leute, die zur Begrüßung den ganzen Arm lang ausstrecken. Da ist ein schlechter Einstieg in Verhandlungen: Wer so die Hand gibt, begegnet der Sache, über die gesprochen wird, oder seinen Gesprächspartnern vermutlich mit Skepsis. Ganz im Gegensatz zu den Dauerschüttlern: Diese Menschen schütteln Hände, was das Zeug hält – mitunter sogar mit beiden Händen. Es ist eine extrovertierte, energetische Geste – sensibel wirkt das Dauerschütteln nicht.

Politiker wenden oft den sogenannten fürsorglichen Händedruck an. Während die eine Hand drückt, umschließt die andere fest die Hand des Gegenüber oder dessen Arm. Das soll herzlich wirken. Tatsächlich ist es eine einschüchternde Dominanzgeste, die zeigt: Ich habe Dich in meiner Gewalt. Wer sich dagegen wehren möchte, antwortet mit einem entschlossenen Blick in die Augen und einem Zurücktätscheln, am Besten an der Schulter des anderen.

Immer in die Augen schauen

Der feste Blick in die Augen ist beim Handgeben nicht zu unterschätzen. Es gibt Menschen, die den Blick des anderen nicht halten können und unstet im Raum herumschauen. Auch das kann ein Zeichen von Unsicherheit sein – oder einfach bedeuten, dass der Andere nach einem interessanteren Gesprächspartner Ausschau hält. Sympathie gewinnt man damit nicht.

Der optimale Händedruck, sagen Krüll und Schmid-Egger, ist fest. Die Hand umfasst die Hand des anderen ganz, die Hände werden gerade gehalten. Die Arme sind abgewinkelt, zwischen beiden Personen ist eine mittlere, gesunde Distanz. Man schüttelt etwa drei Sekunden lang – und schaut dem anderen dabei in die Augen. Krüll und Schmid-Egger zufolge geben etwa 70 Prozent der Menschen diesen ganz normalen Händedruck.

Übrigens streiten sich Anthropologen darüber, woher die Kultur des Händeschüttelns ursprünglich kommt. Die gängigste Theorie geht davon aus, dass sie dazu diente, sich und dem anderen zu zeigen, dass man unbewaffnet ist.