Bei uns bekommen wir für die Wochenendarbeit einen Freizeitausgleich. Nun meldete ich mich vor meinem letzten Wochenenddienst am Freitag für eine Woche krank. Ich habe gehört, dass mir der Freizeitausgleich dennoch zusteht. Stimmt das?, fragt Carsten Maier.

Sehr geehrter Herr Maier,

Wenn Ihr Arbeits- beziehungsweise Tarifvertrag (sofern einer anwendbar ist) keine entsprechende Regelung aufweist, die explizit sagt, dass Ihr Arbeitgeber einen Freizeitausgleich und auch Zuschläge im Falle einer Arbeitsunfähigkeit nicht zu gewähren hat, ist es richtig, dass Ihnen der Freizeitausgleich zusteht. Selbst dann, wenn Sie gar nicht zum Wochenenddienst angetreten sind. Doch Vorsicht: Es darf auch keine anderslautende Betriebsvereinbarung existieren, in der eine Ausnahme geregelt ist.

Die Arbeitsgerichte stehen mit dieser Rechtsprechung eher auf Seiten der Arbeitnehmer, wie zuletzt ein Urteil des Arbeitsgerichts Cottbus gezeigt hat. In diesem Fall ging es um einen Mitarbeiter, der regelmäßig zu seiner Nachtschicht krankheitsbedingt ausfiel.

Obwohl er jedes Mal eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung seines Arztes vorlegen konnte, strich ihm sein Arbeitgeber die Zuschläge für die Nächte, in denen er seinen Dienst nicht antrat.

Dagegen erhob der Mitarbeiter erfolgreich Klage vor dem Arbeitsgericht und erhielt die Nachtzuschläge rückwirkend zugesprochen.

Die Begründung der Richter: Die gesetzlich vorgeschriebene Lohnfortzahlung im Krankheitsfall umfasst ebenfalls die Nachtzuschläge – auch wenn der Arbeits- oder Tarifvertrag dies nicht ausdrücklich vorsieht.

Möchten Arbeitgeber im Krankheitsfall Zuschläge (oder eben einen Freizeitausgleich) ausschließen, müssen sie dies explizit im Arbeits-, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung regeln (Az.: Ca 1851/12).

Ihr Ulf Weigelt