Manche mögen den Weihnachtsbaum schlicht mit nur ein paar Strohsternen, andere wollen ihn üppig und mit reichlich Lametta. Aber nicht nur beim Schmücken, schon bei der Auswahl des Baumes sind die Geschmäcker verschieden. Drei Sorten haben die Deutschen am liebsten an Heiligabend im Wohnzimmer: "Mit Abstand am beliebtesten ist die Nordmanntanne. Aber viele Kunden wollen auch Blaufichten oder Rotfichten", sagt Christoph Köhler, Tannenbaumzüchter. Er arbeitet als Berater für den Anbau von Weihnachtsbäumen bei der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen – und er hat Tausende von Weihnachtsbäumen gezüchtet.

Schon im Januar haben die Baumzüchter jede Menge Arbeit: Kaum ist die Baumsaison vorbei, beginnen schon wieder die Vorbereitungen für die kommende. Denn nicht alle Baumkulturen werden auf den Anbauflächen in der Vorweihnachtszeit abgeholzt. Die übrig geliebenen müssen jetzt gepflegt werden. Schlecht gewachsene und tote Bäume, aber auch solche, die zu dicht aneinander stehen, werden in den Baumschulen herausgeschnitten. Außerdem werden Zäune gebaut und repariert. 

Spätestens im März setzen die Fachkräfte neue Jungbäume. Diese Pflanzen sind dann schon drei bis vier Jahre alt. Die Arbeit ist anstrengend, auch wenn Pflanzmaschinen beim Setzen der Bäume helfen.

Im April und Mai düngen Köhler und seine Kollegen die Anbauflächen. Sie nehmen an den Tannen Korrekturschnitte vor – beispielsweise werden Doppelspitzen entfernt, auch die Form der Bäume wird teilweise korrigiert. Und natürlich müssen die Baumkulturen von Unkraut befreit werden.

Die Hauptwachstumszeit ist im Mai und Juni. Jetzt sind die Züchter gefordert. "Dann kommen die neuen Triebe, dann müssen wir uns schon intensiv um die Bäume kümmern. Wir begutachten die Bäume täglich, trimmen jeden einzelnen, düngen die Kulturen und haben einiges mit dem Unkraut zu tun", sagt Köhler. Erst wenn die Triebe ausgehärtet sind – etwa ab August – geht es wieder etwas ruhiger zu. "Dann passiert nicht mehr viel an den Bäumen."

Das ganze Jahr zu tun

Allerdings erfolgt dann schon die Begutachtung und Auszeichnung der Bäume. Wie groß sind die Tannen? Wie sind sie gewachsen? Sie werden ausgemessen und nach Größen und Qualitäten eingeteilt. Im August und September folgen erste  Verkaufsgespräche mit dem Handel.

Weihnachtsbaumzüchter ist kein Beruf im eigentlichen Sinne,  eine spezielle Ausbildung wird nicht angeboten. "Früher haben das oft Landwirte als Nebenerwerb gemacht, heute sind zumeist Baumschulgärtner oder studierte Gartenbauer und Forstwirte als Weihnachtsbaumzüchter tätig. Es gibt viele Betriebe, die nicht anderes machen, als Weihnachtsbäume zu züchten", sagt Köhler.

Für die Tannenbaumzucht benötigt man umfangreiches Wissen. Welche Ansprüche hat eine bestimmte Baumsorte? Welcher Dünger ist der Beste für welche Sorte? Welcher Baum benötigt welchen Boden? Neben Wissen über die unterschiedlichen Arten muss man sich mit Pflanzenanbau auskennen, über Nährstoffversorgung, Standorte und das Klima Bescheid wissen. Letztlich müsse ein Baumzüchter alles kennen, was mit dem Leben einer Weihnachtstanne zu tun hat.

Für die Kunden ist neben dem Aussehen der Tanne vor allem interessant, wie lange sich die Nadeln halten, ob sie stechen, wie der Baum riecht und natürlich was er kostet. Sie wünschen sich übrigens verschiedene Formen. "Manche Kunden möchten einen breiten, wuchtigen dichten Baum haben, andere wollen einen hohen, schmalen. Den perfekten gibt es deshalb gar nicht."

Schattenseiten findet Köhler in seinem Job nicht. Zwar müsse man körperlich robust und wetterfest sein, dafür sei man viel draußen. "Es ist schön, die Tannen das Jahr über wachsen zu sehen." Und wenn kurz vor Weihnachten Familien ihren Baum wählen und die Kinderaugen leuchten – "das treibt einen stets aufs Neue an."

  • Gehalt: keine Angaben;
  • Ausbildung: Studium der Forstwirtschaft oder Gartenbau oder gleichwertige Ausbildung;
  • Arbeitszeit: variiert, insbesondere in den Wochen vor Weihnachten;