Jedes Jahr mache ich mir Vorsätze, halte Sie allerdings nie ein. Was kann ich tun, damit ich wenigstens meine guten Job-Vorsätze 2014 umsetze?, fragt Jochen Sonner, Produktionsleiter bei einem Autozulieferer.

Sehr geehrter Herr Sonner,

die guten Vorsätze scheitern oft daran, dass sie zu unkonkret und zu unrealistisch sind. Die amerikanischen Wissenschaftler Gita Johar und Anirban Mukhopadhyay stellten fest, dass es bei guten Vorsätze auf die Haltung ankommt: Wer daran glaubt, die nötige Willenskraft zu haben, ist am Ende erfolgreicher als derjenige, der sich spontan entscheidet, lästige Gewohnheiten abzulegen.

Ebenfalls ausschlaggebend ist, dass man bei der Umsetzung der guten Vorsätze motiviert ist (wer macht schon gerne Dinge, die er nicht mag?) und sich nicht zu viel auf einmal vornimmt. Unverzichtbar ist daher eine realistische Planung. Blicken Sie zunächst auf das vergangene Jahr zurück, um entscheiden zu können, welche lästigen Gewohnheiten überflüssig sind oder was Sie ändern möchten. Denn wissen Sie, was Ihre Stärken sind und für welche Vorsätze Sie Energie und Zeit haben, ist der Erfolg greifbar nahe. In der Regel entstehen lästige Gewohnheiten nicht von heute auf morgen und sind meist auch nicht ad hoc zu beseitigen. Seien Sie bei Ihrer Planung deshalb so konkret wie möglich und setzen Sie sich realistische Etappen, denn das Erreichen von Teilzielen motiviert, auch wirklich weiterzumachen.

Die wenigsten setzen ihre guten Vorsätze auf Anhieb um. Rückschläge gehören also dazu und sollten nicht Auslöser oder Ausrede sein, das gesamte Vorhaben aufzugeben. Die amerikanischen Psychologen Alan Marlatt und Elizabeth Miller fanden beispielsweise heraus, dass fast jeder Fünfte mehrere Anläufe benötigt, um seine Vorsätze umzusetzen. Ein weiterer Stolperstein auf dem Weg der Verbesserung kann die Öffentlichkeit sein. Wer von seinen Vorsätzen erzählt, glaubt, dem Ziel bereits näher gekommen zu sein – und strengt sich entsprechend nicht mehr an.

Es kommt auf konkrete Ziele an

Für alle, denen bei der Umsetzung ihrer Vorsätze die Luft ausgeht, hat die Trainerin Melanie Vogel die sogenannte BIRD-Methode entwickelt. BIRD steht dabei für Bauchgefühl, Individualität, Richtung und Durchstarten.

Mit Bauchgefühl ist gemeint: Fragen Sie sich, warum Sie etwas ändern möchten? Was konkret verursacht Ihren Stress? Was ist dafür verantwortlich, dass Sie unzufrieden sind? Hören Sie hier auf Ihre innere Stimme und nicht darauf, was andere sagen beziehungsweise von Ihnen erwarten. Bei der Frage nach Individualität geht es um folgendes: Bei dem Vorhaben, konkrete Vorsätze umzusetzen, sollten Sie sich auf sich konzentrieren. Was sind Ihre Stärken und was können Sie realistisch verändern? Wer hier nicht ehrlich zu sich selbst ist, scheitert. 

Richtung bezieht sich auf die Frage, ob Sie wirklich wissen, was Sie ändern wollen und ob Sie dafür einen konkreten Plan haben. Das meint ein konkretes und vor allem realistisches Ziel. Durchstarten steht für den sofortigen Start – und nicht das Abwarten auf einen bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft.

Überfordern Sie sich nicht mit unrealistischen Zielen, sondern formulieren Sie individuelle und konkrete Vorsätze. Dann können Sie Ihre gesteckten (Etappen-)Ziele auch erreichen. Rechnen Sie dabei aber auch mit Rückschlägen, die gehören dazu und sollten Sie nicht frustrieren. Viel Erfolg dabei wünscht,

Ihre Sabine Hockling