Wer auf dem Weg zur Kantine im Treppenhaus eines nicht dem Arbeitgeber gehörenden Gebäudes stürzt, steht nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Zwar stünden die Wege zur Aufnahme des Mittagessens grundsätzlich unter Versicherungsschutz, heißt es in einem am Freitag vom Landessozialgericht in Stuttgart veröffentlichten Urteil. Dieser beginne und ende aber mit dem Durchschreiten der Außentür des Gebäudes, in dem sich die Kantine befinde (AZ: L 8 U 1506/13).

Geklagt hatte eine Lehrerin einer Schule im Raum Pforzheim. Sie hatte ihr Mittagessen mangels eigener Schulkantine in der Kantine eines benachbarten Bankinstituts eingenommen. Auf dem Rückweg an ihren Arbeitsplatz stürzte sie noch im Treppenhaus des Bankgebäudes und zog sich erhebliche Knieverletzungen zu. Die Berufsgenossenschaft lehnte eine Anerkennung als Arbeitsunfall ab. Diese Einschätzung teilte das Landessozialgericht.

Die Richter hoben hervor, dass die seit Jahrzehnten geltende Beschränkung der Unfallversicherung für sogenannte Wegeunfälle auf den durch die Außentüren von Gebäuden begrenzten öffentlichen Verkehrsraum weiterhin zeitgemäß sei. Dies hatte die Klägerin im Prozess in Abrede gestellt.