Als Albert Einstein im Jahr 1915 seine allgemeine Relativitätstheorie publizierte, war er 36 Jahre alt. Wolfgang Amadeus Mozart komponierte seine bekanntesten Opern Don Giovanni, Die Zauberflöte oder Die Hochzeit des Figaro nach seinem 30. Geburtstag. Zufall? Oder ein Muster?

Eher Letzteres, glaubt zumindest Benjamin Jones von der Kellogg School of Management.

Der Ökonom beschäftigt sich schon seit einigen Jahren damit, ob das Alter des Schöpfers mit dem Erfolg seiner Erfindung zusammenhängt. Anders gesagt: Gibt es eine Periode, in der Menschen besonders kreativ sind? Nun fand Jones eine Antwort.

Für seine Untersuchung durchforstete er knapp 70 Einzelstudien, die sich dem Zusammenhang zwischen dem Alter eines Innovators und dem Erfolg seiner Innovation gewidmet hatten. Insgesamt hatten die Studien die Erfolge von etwa 10.000 Personen analysiert und berechnet, wie alt die Personen damals gewesen waren – darunter Forscher und Entwickler, Künstler und Wissenschaftler. Benjamin Jones fasste nun alle Erkenntnisse zusammen – und stieß auf eine interessante Korrelation.

Offenbar gibt es im Leben eines Erfinders eine Periode, in der er besonders kreativ ist. Egal, in welcher Branche und in welchem Fachgebiet er ist: Die größten Erfolge feiern Innovatoren in ihren späten Dreißigern. Danach sinkt ihre Schaffenskraft – was sich an der Kurve eindrucksvoll ablesen lässt.

Aber wieso?

Innovationsforscher Benjamin Jones glaubt, dass diese Lebensphase den Erfolg begünstigt. Man ist alt und erfahren genug, um genug zu wissen – aber gleichzeitig jung und neugierig genug, um mit Traditionen brechen zu wollen. Eigenschaften, die jeder Erfinder braucht – ganz gleich in welcher Branche.

Erschienen in der WirtschaftsWoche