Anfang April werden in Zürich die wichtigsten internationalen Spitzenmanagerinnen zusammenkommen, um über die Weltwirtschaft zu beraten. Der erste Global Female Leaders Summit soll eine Art weibliches Weltwirtschaftsforum werden, sagt Veranstalterin Sigrid Bauschert von der Management Circle AG. Das Weiterbildungsunternehmen will führende Wirtschaftsexpertinnen, Politikerinnen, Intellektuelle und Medienmacherinnen zusammenbringen. Themen: aktuelle Fragen der Wirtschaft, aber auch der Gesundheits- und Umweltpolitik. "Frauen an der Spitze sind nach wie vor unterrepräsentiert. Und auf vielen Podien sind sie oft nur schmückendes Beiwerk. Das ist bei uns anders", sagt Bauschert.

Auf der Konferenz sollen die Entscheiderinnen wichtige Kontakte knüpfen. Um das zu gewährleisten, sind vor allem Spitzenmanagerinnen internationaler Konzerne eingeladen. Aber kennen sich die wenigen Frauen, die es an die Spitze geschafft haben, nicht sowieso? "In Deutschland und dem deutschsprachigen Raum kennen sich viele Führungsfrauen natürlich. Aber im internationalen Umfeld sieht das anders aus." Der Global Female Leaders Summit soll auch Plattform sein, um Erfahrungen untereinander auszutauschen und neue Netzwerke zu knüpfen.

Männer würden allerdings nicht ausgeschlossen, betonen die Veranstalter. "Männer sind als Teilnehmer auch willkommen. Sie stehen allerdings nicht im Fokus der Podiumsdiskussionen. Hier wollen wir absichtlich Entscheiderinnen zu Wort kommen lassen."

Auf der Agenda stehen Fragen wie diese: Welche Chancen für Unternehmen bringt die Energiewende? War der Arabische Frühling ein Fortschritt oder ein Rückschritt für die Erwerbstätigkeit von Frauen? Entwickelt sich über das Netz eine neue Ökonomie des Teilens? Auf den Panels werden aber auch Themen diskutiert, die besonders Führungsfrauen etwas angehen: Wie lässt sich der Gender Pay Gap, die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern, überwinden? Welche Maßnahmen für mehr Diversität in den Führungsetagen führen zu einem besseren Unternehmenserfolg? Führen Frauen anders und braucht es in der Wirtschaft mehr weibliche Heldinnen?

Zu den Referentinnen zählen unter anderem Cherie Blair, EZB-Managerin Chiara Zilioli, Opel-Vorstand Tina Müller, Inka Koljonen, Chief Financial Officer bei Siemens für Russland und Zentralasien sowie Martina Hund-Mejean, Finanzvorstand bei Mastercard in den USA.

Auch Vertreterinnen von NGOs sind mit dabei, wie etwa Nazma Akter, Gründerin der Awaj Foundation, die sich für bessere Arbeitsbedingungen der Näherinnen in Bangladesch einsetzt. Akter wird über die Situation der Arbeiterinnen in der  Textilindustrie sprechen.

Die Veranstalter erwarten rund hundert Spitzenmanagerinnen. Der Global Female Leaders Summit findet am 1. und 2. April in Zürich statt.