Drei von fünf Beschäftigten hierzulande arbeiten regelmäßig auch nach Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub. Jeder Zweite macht dies allerdings nicht etwa auf Anweisung des Chefs, sondern freiwillig. Das stellt die Arbeitsmarktstudie Von Work-Life-Balance zu Work-Life-Blending des Kölner Markt- und Organisationsforschungsinstituts YouGov fest, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Das Institut hat 744 berufstätige Akademiker hinsichtlich ihrer Arbeitsgewohnheiten befragt. Knapp ein Viertel der Befragten gab dabei an, einmal pro Monat auch am Wochenende oder an Feiertagen für einige Stunden zu arbeiten. Jeder fünfte Befragte sagte, dass er einen ganzen Wochenendtag im Monat zusätzlich arbeite.

Mails beantworten oder für Kollegen, Kunden oder Vorgesetzte telefonisch für Rückfragen erreichbar sein oder Absprachen treffen – das tut der Umfrage nach jeder Zweite regelmäßig auch am Abend oder am Wochenende. Jeder Achte gab an, täglich auch nach Feierabend noch zu arbeiten.

Die Studie stellt außerdem fest, dass die Entgrenzung zwischen Arbeit und Privatleben zunimmt: In der Freizeit wird oft noch gearbeitet. Aber während der offiziellen Arbeitszeit ist es nicht immer möglich, auch mal private Dinge zu erledigen. Zwar bestünde in vielen Unternehmen die Möglichkeit, etwa aus dem Home-Office zu arbeiten oder bei Vertrauensarbeitszeit auch mal einen Arzttermin in die Arbeitszeit zu legen – doch machten nur die wenigsten Befragten davon auch Gebrauch.

Unterdessen ergab eine repräsentative Umfrage für die Krankenkasse IKK classic , dass jeder Dritte sich im Job regelmäßig überlastet fühlt. 80 Prozent der Befragten gab an, sich dennoch krank zur Arbeit zu schleppen. Als Hauptgrund nannten 68 Prozent, dass sie die Kollegen wegen der vielen Arbeit nicht im Stich lassen wollten.