Kann ein Schichtarbeiter aus gesundheitlichen Gründen keine Nachtdienste leisten, so ist er deswegen nicht arbeitsunfähig. Vielmehr müsse der Arbeitgeber die Arbeit möglichst so organisieren, dass der Betroffene nur tagsüber eingesetzt werde, hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden

Im konkreten Fall ging es um eine Krankenschwester aus Potsdam. Wegen einer Erkrankung kann sie keine Nachtdienste mehr leisten. Die Klinik erklärte sie deswegen 2012 für arbeitsunfähig. Die Krankenschwester verlangte dagegen, ohne Nachtschichten weiterarbeiten zu können – und bekam nun wie schon in der Vorinstanz von den obersten deutschen Arbeitsrichtern Recht.

"Die Klägerin ist weder arbeitsunfähig krank noch ist ihr die Arbeitsleistung unmöglich geworden", teilte das Gericht mit. Sie könne alle vertraglich geschuldeten Tätigkeiten einer Krankenschwester ausführen. Der Arbeitgeber müsse bei der Schichteinteilung auf das gesundheitliche Defizit der Klägerin Rücksicht nehmen. "Die Vergütung steht der Klägerin unter dem Gesichtspunkt des Annahmeverzugs zu, weil sie die Arbeit ordnungsgemäß angeboten hat und die Beklagte erklärt hatte, sie werde die Leistung nicht annehmen", so die Richter.