Auch fünf Monate nach der Bundestagswahl waren noch 15 Prozent der ausgeschiedenen Abgeordneten ohne Job. Das stellt eine neue Studie der Personalberatung Kienbaum fest, welche die Abgeordneten, die nach der Bundestagswahl 2013 ausschieden, anonym befragt hatte. Ein Viertel ist direkt in den Ruhestand gegangen. Und immerhin jeder Fünfte ehemalige Bundestagsabgeordnete verdient weniger als 30.000 Euro brutto im Jahr. Zum Vergleich: Der Durchschnittsbruttolohn liegt in Deutschland bei 40.000 Euro.

Immerhin 40 Prozent der befragten Ex-Abgeordneten waren freiberuflich tätig, etwa als Anwalt. Weitere 13 Prozent haben ein eigenes Unternehmen. Neun Prozent gaben an, sie gönnten sich eine freiwillige Auszeit – etwa ein Sabbatical oder eine Fortbildung. 15 Prozent sagten allerdings, sie seien arbeitslos und hätten noch keine neue Jobperspektive. Nur 13 Prozent sind in den öffentlichen Dienst gewechselt. Weiterhin hauptberuflich als Politiker sind nur sechs Prozent der Befragten tätig. In der freien Wirtschaft konnten neun Prozent Fuß fassen. 

Insgesamt sind damit 40 Prozent der Befragten in ihre alte Tätigkeit vor ihrer Mandatszeit zurückgekehrt. Ein Karrieresprungbrett scheint die Abgeordnetentätigkeit allerdings nicht zu sein: Weniger als ein Drittel der ausgeschiedenen Politiker verdient jetzt mehr als während ihres Mandats. 20 Prozent der Befragten verdient sogar deutlich weniger. Immerhin die Hälfte ist in etwa auf dem gleichen Verdienstniveau geblieben.

Teilgenommen hatten 47 ausgeschiedene Abgeordnete aller Fraktionen. 217 Abgeordnete waren 2013 aus dem Bundestag ausgeschieden.