Ich habe den Auftrag erhalten, eine Strategie umzusetzen. Der Aufgabe fühle ich mich gewachsen. Wie aber kann ich meine Kollegen und Teammitglieder überzeugen, mitzuziehen?, fragt Michael Pohl, Bezirksleiter bei einem Versicherungsunternehmen.

Sehr geehrter Herr Pohl,  

eine Strategie umzusetzen, braucht in der Regel Zeit und erfordert organisatorische Veränderungsprozesse. Damit Ihre Mitarbeiter und Kollegen diesen Prozess mitgehen, sollten Sie darauf achten, dass sie sich nicht als Betroffene fühlen sondern Beteiligte sind.   

Das erreichen Sie, indem Sie Ihr Vorhaben konkret beschreiben und messbare Ziele benennen. Die sollten erreichbar und relevant sein und in einer realistischen Zeitspanne umsetzbar. Wenn Bedingungen und Auswirkungen klar und transparent sind, dann sind Mitarbeiter in der Regel auch bereit, mitzuziehen. 

Beachten Sie aber auch, dass Ihre Mitarbeiter und Kollegen im Laufe ihres Berufslebens – vielleicht sogar auch in Ihrem Betrieb – schon viele Ziele und Strategien haben kommen und gehen sehen. Und wenn davon, warum auch immer, viele scheiterten, ist die Motivation wahrscheinlich gering, sich mit voller Kraft in das neueste Ziel zu stürzen. 

Überzeugen Sie Ihre Leute mit Fachwissen. Zeigen Sie, dass Sie die aktuelle Situation anhand einer Ist-Analyse sowie die neuen Ziele und Strategie richtig einzuschätzen wissen. Berücksichtigen Sie dabei auch die Befindlichkeiten des Teams. Sie sollten beantworten können, wie sich Bereiche und das Unternehmen zukünftig verändern und wie Sie die genannten Ziele regelmäßig überprüfen wollen.

Auf keinen Fall sollten Sie dabei die Ideen Ihres Teams ignorieren. Damit dieser Prozess jedoch nicht aus dem Ruder läuft, sondern Ergebnisse produziert, (die auch zur Strategie passen sowie einen tatsächlichen Nutzen haben), sollten Sie auf Projekt-Priorisierung setzen. Dabei berücksichtigt das Team neben den Ideen auch finanzielle Fragen und Faktoren wie Zeit, Umsetzbarkeit, Flexibilität, Qualität etc. 

Ansonsten gilt: Kommunizieren Sie die Notwendigkeit zur Veränderung und wertschätzen Sie dabei auch Vergangenes. Achten Sie zudem auf den persönlichen Dialog und akzeptieren sie Emotionen und andere Meinungen. Nur dann werden sich Ihre Mitarbeiter und Kollegen auch mit der neue Leitlinie identifizieren und sind bereit, mit Ihnen an einem Strang zu ziehen.

Ihre Sabine Hockling