Wir haben einen Auszubildenden, der durch eine sehr unangenehme Art auffällt. Egal, um was es geht, er gibt ständig freche Antworten. Was können wir tun?, fragt Manfred Koch.

Sehr geehrter Herr Koch,

Sie müssen sich weder unangemessene Antworten gefallen lassen, noch sollten Sie diese ignorieren. Ansonsten besteht nämlich die Gefahr, dass Ihre Autorität im Betrieb leidet. Mögliche Folge: Ihre Mitarbeiter tanzen Ihnen auf der Nase herum.

Allerdings sollten Sie daraus kein öffentliches Event machen. Vergreift sich ein Mitarbeiter oder wie hier ein Auszubildender im Ton oder legt ein unangemessenes Verhalten an den Tag, sollten Sie zunächst Ruhe bewahren. Eine emotionale Reaktion Ihrerseits wirkt lediglich unsouverän.

Besser ist, Sie suchen das persönliche Gespräch mit dem betreffenden Mitarbeiter allein. Geben Sie ihm dabei unmissverständlich zu verstehen, dass Sie unangemessene Äußerungen in Ihrem Betrieb nicht dulden. Haben Sie dazu einige Bespiele seiner Entgleisungen parat, damit allen Beteiligten klar ist, was konkret kritisiert wird.

Keinem Auszubildenden steht es zu, erfahrene Kollegen oder Vorgesetzte vorzuführen. Deshalb sollten Sie Ihrem Azubi verständlich machen, dass zu kritischen Äußerungen eine gewisse berufliche Erfahrung gehört – und er sich dieses Fachwissen zunächst einmal aneignen muss.

Ob Azubi oder Mitarbeiter, machen Sie ihm auch verständlich, dass Sie grundsätzlich im Umgang miteinander einen respektvollen Ton von der Belegschaft erwarten. Ferner muss Ihrem Azubi klar sein, dass arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen, wenn er sich zukünftig nicht an Ihre Vorgaben hält.

Deshalb ist es ratsam, dieses Gespräch und die von Ihnen genannten Vorgaben schriftlich festzuhalten. So haben Sie ein Mittel in der Hand, eine Abmahnung auszusprechen, wenn Ihr Azubi sein Verhalten nicht ändert. Existiert in Ihrem Unternehmen ein Betriebsrat, sollten Sie diesen von Anfang an in den Vorgang einbeziehen.

Ihr Ulf Weigelt