Cover von "Raus aus dem Jammersumpf" © PR: Ariston-Verlag

Darum geht es: Nie können alle Arbeiten am gleichen Tag erledigt werden, die Belastung ist zu groß. Aus dem einstigen Traumjob ist eine Qual geworden. Und dabei wollte man doch längst an einem anderen Punkt im Leben sein. Wenn der Abgleich zwischen Wunsch und Wirklichkeit vor Augen führt, dass sich vieles nicht so entwickelt hat, wie man es erhofft hatte, gleiten viele Menschen ins Jammern ab. Jammersumpf nennt die Kommunikationstrainerin Margit Hertlein diesen Zustand. In ihrem Buch Raus aus dem Jammersumpf zeigt sie, wie wir mit Humor und Kreativität aus solch einem Loch herauskommen. Zwar kann es kurzfristig Druck abbauen, wenn man bei Kollegen, Freunden und Familie über seine missliche Lage jammert. 

Langfristig braucht es allerdings eine Strategie, um Frust, Ängste oder Sorgen zu überwinden. Jammert gar ein Team kollektiv, weil beispielsweise die Wertschätzung fehlt, tut das auf Dauer keinem gut und schadet sogar dem Unternehmen.

Die besten Tipps: Hertlein plädiert dafür, dass wir nicht immer alles in stiller Demut hinnehmen sollen. Vielmehr möchte sie dafür sensibilisieren, dass wir zwischen Jammern und Klagen unterscheiden.

Zwar wird bei beidem Unerfreuliches kommuniziert, im Unterschied zum Jammern verfolgt das Klagen allerdings ein Ziel: Es ist lösungsorientiert und ein bewährtes System, der Enttäuschung Luft zu machen, um anschließend die Ursachen zu beseitigen. Das Prinzip des Klagens: Ich erzähle dir von meinen Sorgen, löse sie aber allein. Beim Jammern hingegen heißt es: Ich bin so arm dran, dabei bin ich doch so toll.

Ernüchterung und Unzufriedenheit gehören zum Leben dazu, schreibt Hertlein. Wer das verstanden hat, verkraftet besser, dass nicht alle Wünsche und Hoffnungen auch in Erfüllung gehen. Daher sollte man sich vor Augen führen, dass nicht alles schief läuft im Leben, sondern auch die kleinen Dinge durchaus erfreulich sind.

Verständlichkeit und Sprache: Die Autorin bezieht sich nicht nur auf ihre eigenen Erfahrungen, sondern auch auf wissenschaftlich fundierte Methoden. Das macht das Buch zu einer fundierten Lektüre. Außerdem schreibt Hertlein verständlich und teilweise auch humorig – ein kurzweiliges Lesevergnügen.

Minuspunkte: Hertlein arbeitet in Raus aus dem Jammersumpf eine Reihe von Themen ab. Sie beschäftigt sich unter anderem mit Neugier, Optimismus und Pessimismus, Motivation, Transaktionsanalyse, Lob, Stress, geht auf unsere gefühlsmäßigen Reaktionen auf Umweltreize ein und natürlich auch auf das Jammern und Klagen. Jedes für sich informativ. Was allerdings fehlt, ist die Klammer, die das alles zusammenhält.

Bewertung: Eine Bedienungsanleitung à la erstens, zweitens drittens, ist Raus aus dem Jammersumpf nicht. Das Buch zeigt aber, wieso und warum wir in diese Falle tappen und wie wir aus ihr herausfinden können.