Die Auftragslage bei meinem Arbeitgeber ist gut. Wir sind auf Wachstumskurs und stellen eine Reihe neuer Mitarbeiter ein. Wir Mitarbeiter sind uns aber unsicher, ob unsere Büroräume überhaupt groß genug sind, um alle Mitarbeiter auf der Fläche unterzubringen. Die Möglichkeit, zusätzlichen Büroraum anzumieten, haben wir leider nicht. Wie sehen die rechtlichen Rahmenbedingungen für ein Großraumbüro aus?, fragt Christian Vogel.

Sehr geehrter Herr Vogel,

für die Qualität der Arbeitsergebnisse und vor allem auch für die Gesundheit der Mitarbeiter ist die Gestaltung des Arbeitsplatzes ein wichtiger Faktor. Deshalb sollten Arbeitsplätze stets an die Tätigkeiten angepasst sein.

Wie die Raumabmessungen und Bewegungsflächen in einem Großraumbüro gestaltet sein müssen, regelt die "Technische Regel für Arbeitsstätten" (ASR). Unter Großraumbüro versteht die ASR eine organisatorische und räumliche Zusammenfassung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen auf einer Fläche von mindestens 400 Quadratmetern (Ziffer 3.10).

Die Grundflächen von Arbeitsräumen sind unter Punkt 5 ff. geregelt. Konkret heißt das, dass Bewegungsflächen mindestens 1,50 Meter Tiefe und Breite am oder neben dem Arbeitsplatz vorweisen müssen. Bei einer stehenden oder sitzenden Tätigkeit reduziert sich die Richtlinie jedoch auf einen Meter Tiefe und Breite.

Dabei ist wichtig, dass sich die Bewegungsflächen nicht überlagern mit Bewegungsflächen anderer Arbeitsplätze, Flächen für Verkehrswege (und zwar einschließlich der Fluchtwege und Gängen zu anderen Arbeitsplätzen sowie Gängen zu gelegentlich genutzten Betriebseinrichtungen), Stell- und Funktionsflächen für Arbeitsmittel, Einrichtungen und Einbauten sowie den Flächen für Sicherheitsabstände.

Die Mindestgrundfläche für einen Büro- und Bildschirmarbeitsplatz (einschließlich der Möbel und anteiliger Verkehrsfläche) sollte laut ASR in einem Großraumbüro 12 bis 15 Quadratmeter je Arbeitsplatz betragen.

Und auch bei der Höhe von Arbeitsräumen macht die ASR Vorgaben. So sollte ein Großraumbüro mindestens eine Höhe von drei Metern vorweisen können. Bei einem Großraumbüro von mehr als 2.000 Quadratmetern sollte die Höhe mindestens 3,25 Meter betragen.

Halten sich Arbeitgeber nicht an diese Vorgaben, kann dem Arbeitgeber ein Bußgeld oder im schlimmsten Fall der Entzug der Gewerbeerlaubnis drohen. Zuständig für das Überprüfen der Auflagen sind die staatlichen Arbeitsschutzbehörden. Je nach Bundesland sind es die Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz.

Existiert im Betrieb ein Betriebsrat, ist dieser dazu verpflichtet, das Einhalten solcher Vorgaben zu gewährleisten. Daher muss dieser im Falle eines Verstoßes diesen auch der staatlichen Arbeitsschutzbehörde melden.

Ihr Ulf Weigelt