Was kann ich als Arbeitgeber gegen verliebte Mitarbeiter tun?, fragt Martina Engelbrecht.

Sehr geehrte Frau Engelbrecht,

viele Beziehungen entstehen am Arbeitsplatz. Für Arbeitgeber gilt hier allerdings, dass das Privatleben der Mitarbeiter tabu ist. Grundlage dafür bildet das Persönlichkeitsrecht, welches Arbeitgeber beachten müssen. Im Klartext: Arbeitgeber können kein Verbot aussprechen.

Kommt es jedoch zwischen den verliebten Mitarbeitern zu Problemen am Arbeitsplatz, dürfen und müssen Sie als Arbeitgeber handeln. Als problematisch gelten beispielsweise die Verschlechterung der Arbeitsleistung, eine negative Beeinflussung der Arbeitsabläufe, der gestörte Betriebsfrieden usw.

Ist das der Fall, können Sie aber nicht sofort kündigen. Auch in diesen Fällen muss der oder die Mitarbeiterin zunächst abgemahnt werden. Erst im Wiederholungsfall besteht für Arbeitgeber die Möglichkeit, eine Kündigung auszusprechen, sollte sich das Arbeitsverhalten nicht ändern und wiederholt Pflichtverletzungen auftreten.

Da Kündigungen grundsätzlich immer das letzte Mittel sein sollen, sind Arbeitgeber zunächst gut beraten, wenn sie mit den Turteltauben bei einem Fehlverhalten ein Gespräch führen und sie räumlich versetzen – vorausgesetzt, gegen die Versetzung spricht aus arbeitsvertraglicher Sicht nichts.

Hilft weder das Gespräch noch die Versetzung, sind beide also beratungsresistent, bleibt Ihnen am Ende als Arbeitgeber nur die Möglichkeit, die Kündigung auszusprechen. In der Regel sind verliebte Mitarbeiter aber meist einsichtig, wenn Kollegen und Chef sie auf ihr problematisches Verhalten zunächst ansprechen.

Ihr Ulf Weigelt