Ich arbeite in einer Kfz-Werkstatt. Unser Pausenraum ist nicht nur sehr klein und das Mobiliar sehr alt, sondern auch sehr verdreckt. Gibt es eine rechtliche Regelung, die Arbeitgeber einzuhalten haben?, fragt Manfred Paulsen.

Sehr geehrter Herr Paulsen,

Arbeitgeber müssen nicht generell Pausenräume zur Verfügung stellen. Erst bei zehn Mitarbeitern, die gleichzeitig anwesend sind, müssen Unternehmen einen Pausenraum für die Belegschaft einrichten. 

Ausnahme von dieser Regel: Wenn aus Gesundheits- und Sicherheitsgründen – etwa durch eine kalte, heiße, schmutzige oder feuchte Arbeitsumgebung und fehlende Sitzmöglichkeiten – wegen Arbeitsbereitschaftszeiten und Arbeitsunterbrechungen dies nötig ist, müssen Arbeitgeber einen Pausenraum einrichten, auch wenn sie weniger als zehn Mitarbeiter gleichzeitig beschäftigen. 

Wie die Ruheräume gestaltet werden müssen, das regelt § 6 der Arbeitsstättenverordnung. Demnach muss der Raum immer zugänglich und schnell erreichbar sein. Alles, was über 100 Meter hinausgeht, ist in der Regel zu weit entfernt. Die Räume müssen Nichtraucherzonen sein, die Möglichkeit zum Verzehr (auch von mitgebrachten Speisen und Getränke) bieten, gut zu lüften und stets sauber sein.

Auch vergessen Unternehmen oft, dass sie für ihre schwangeren Mitarbeiterinnen Bedingungen zum Ausruhen schaffen müssen.

In Betrieben, in denen Mitarbeiter in Büros oder vergleichbaren Räumen tätig sind, müssen Pausenräume allerdings nur zur Verfügung gestellt werden, wenn im Arbeitsraum keine Erholung möglich ist, etwa weil Störungen durch Kunden möglich sind.

Generell sollten Arbeitgeber berücksichtigen, dass ansprechend gestaltete Pausenräume die Mitarbeiter auch motivieren können – denn das signalisiert eine gewisse Wertschätzung. Deshalb rechnet sich in der Regel die Investition die Renovierung. 

Ihr Ulf Weigelt