Ein US-Geschworenengericht hat eine Klage einer Ex-Angestellten im Silicon Valley wegen Diskriminierung abgewiesen. Ellen Pao sei von ihrem Ex-Arbeitgeber, der Risikokapitalfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers (KPCB), nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt worden, befand die Jury in San Francisco.

Die Anwälte argumentierten, ihre Mandantin Ellen Pao sei bei Beförderungen übergangen worden. Als sich Pao über eine ungleiche Behandlung von Frauen und Männern in dem Unternehmen beschwert habe, sei sie gefeuert worden, hieß es in der Klageschrift weiter. "In dem Fall sollte es um das gehen, was Frau Pao für Kleiner Perkins geleistet hat", schrieb ihr Anwalt Alan Exelrod.

Die Anwältin von KPCB hielt dagegen, die Entlassung der Frau habe mit ihrem beruflichen Versagen als Partnerin der Firma zu tun. Vielmehr habe sie die Firma verklagt, um eine satte Abfindung abzugreifen. Vertreter von KPCB zeichneten von Pao zudem das Bild einer chronischen Meckerin, die Fakten und Umstände verdrehe und seit Langem Konflikte mit Kollegen gehabt habe.

In den USA ist das öffentliche Interesse an dem Prozess groß. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern sowie die Arbeitsbedingungen für Frauen im Silicon Valley. Eine im KPCB-Prozess als Beweismittel herangezogene Studie zeigt, dass Frauen als Partner im dortigen Wagniskapitalsektor stark unterrepräsentiert sind. Auch große Internetfirmen wie Twitter und Facebook werden derzeit von ehemaligen Mitarbeiterinnen wegen Diskriminierung verklagt

Branchenberatern zufolge hat der Fall von Ellen Pao schon einige Internetfirmen dazu veranlasst, ihre Unternehmenskultur auf mögliche geschlechtsspezifische Benachteiligungen abzuklopfen.