Gardinen-Weiß, Parfüm, Fliegengitter, Babynahrung und Kondome: Die meisten Drogerien führen einen wahren Produktdschungel. Wer hier arbeitet, hat in der Regel eine Ausbildung zum Drogisten abgeschlossen. In diesem Job verkauft man nicht nur die unterschiedlichsten Produkte, man muss auch alles über die Waren, ihre Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete kennen und die Kunden beraten. Getreu dem Motto: von den Haarspitzen bis zum kleinen Zeh. "Wir wissen über alle Produkte für Hygiene und Körperpflege, Kosmetik, Gesundheit und Haushalt Bescheid", sagt Michael Bastian, Referent für Berufsausbildung beim Drogistenverband. Auch chemische und technische Waren, freiverkäufliche Arzneimittel sowie Fotos oder Pflanzenschutzmittel gehören dazu. "Selbst mit Gefahrstoffen, also Desinfektions- oder Reinigungsmitteln, kennen sich Drogisten aus", sagt Bastian.

Und was macht man so? Außer Kunden zu beraten und an der Kasse zu sitzen, gehören Warenannahme, Arbeiten im Lager und die Präsentation der Produkte zu den Aufgaben. Preisauszeichnung, Verkauf, Abrechnung, Erfassung des Warenbestands und Werbeaktionen zählen ebenfalls dazu. Wer eine Filiale leitet, ist auch für die Einsatzplanung der Mitarbeiter zuständig. Prinzipiell unterscheidet sich der Beruf vor allem durch die Produkte von dem eines Einzelhandelskaufmanns oder einer Einzelhandelskauffrau.  

Für die Arbeit ist Teamfähigkeit, Freude am Umgang mit Menschen sowie Interesse an Chemie und Biologie und Drogerie-Produkten wichtig. Die duale Ausbildung ist staatlich anerkannt und dauert drei Jahre. An der Berufsschule lernen die Azubis Hintergrundwissen über die gängigen Waren, Rechnungswesen, Wirtschaftslehre, Verkaufskunde sowie alles Wichtige über Kosmetik, Hygiene, Gesundheit und Ernährung. Außerdem steht Chemie auf dem Stundenplan. Denn die Drogisten in spe müssen sich auch mit chemischen und technischen Waren auskennen sowie etwas über Pflanzenschutz und Gefahrstoffe wissen.

Immerhin sollen die Lehrlinge später wissen, welcher Lippenstift zu welchem Typ passt, welches Färbemittel für die Haare das richtige ist oder welche Babynahrung für den Nachwuchs verträglich ist.

Nach der abgeschlossen Ausbildung bieten sich Drogisten gute Berufschancen, nicht nur in Drogerien. "Die kaufmännische und fachspezifische Ausbildung ist eine gute Basis, um in vielen anderen Berufszweigen einen Job zu finden", sagt Bastian. So können ausgebildete Drogisten auch in die Pharmaindustrie wechseln, in den drogistischen Großhandel gehen und dort im Außendienst, im Büro oder in der Produktion arbeiten. Mit einigen Jahren Berufserfahrung ist auch eine Weiterbildung zum Filialleiter möglich.

  • Gehalt: Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 1.450 und 2.100 Euro Monatsbrutto.
  • Arbeitszeit: Die Arbeitszeit liegt zwischen 37 und 40 Stunden pro Woche.
  • Ausbildung: Die duale Ausbildung zum Drogisten oder zur Drogistin dauert drei Jahre.