"Ich habe meinen Wehrdienst bei der Marine abgeleistet. Schiffe haben mich schon immer fasziniert. Bei der Marine habe ich viel gelernt – zwischenmenschlich und natürlich auch fachlich. Dort sind so viele verschiedene Charaktere auf einem Schiff und trotzdem musste ich mit allen klar kommen, damit die Abläufe funktionieren. Schließlich waren wir alle in einem Boot – im wahrsten Sinne. 

Kurz habe ich darüber nachgedacht, ob ich nicht doch studieren soll. Nautik hätte mich schon interessiert. Aber dazu hätte ich das Abitur nachholen müssen. Das hätte mir zu lange gedauert. Außerdem hatte ich eine abgeschlossene Ausbildung und einen Arbeitsvertrag in der Hand – warum soll ich da noch mal von vorn anfangen?

Jetzt bin ich Einsteller für Dreh- und Fräsmaschinen und arbeite an der direkten Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Der Technologe hat das Programm für die CNC-Maschinen geschrieben und ich richte die dann ein. Dafür muss ich verschiedene Technologien und Maschinen beherrschen – also wissen, an welchen Schrauben ich für welchen Effekt drehen muss.

Außerdem bin ich seit letztem Jahr Vizeschichtführer, dadurch bin ich vertretungsweise für die ganze Besatzung der Schicht verantwortlich. Ich teile die Arbeiter ein, kläre Probleme mit Maschinen oder bin verantwortlich, wenn die Brandmeldeanlage anschlägt. Der ganze Prozessablauf muss ja gesichert sein. Die Verantwortung geht mehr in die Personalführung hinein. Ich könnte mir vorstellen, Schichtleiter zu werden. Dann bin ich das Bindeglied zwischen Meister und Arbeiter und gebe entsprechende Anweisungen weiter."

Max Cubéus arbeitet neun Jahre nach seinem Realschulabschluss in einem CNC-Betrieb in Sachsen.

"Mein Arbeitsplatz ist sicher"

"Wenn man sich draußen umguckt, dann ist mir mein Arbeitsplatz sicher: Die Menschen werden auch in Zukunft Nachwuchs bekommen. Da gibt es noch genügend Kinder und Jugendliche, die betreut werden müssen. Ich bin auch ganz leicht an meine Stelle gekommen. Eine Bekannte erzählte mir, dass in der Kindertagesstätte ihres Sohns eine Erzieherin gesucht würde. Das war an einem Dienstag. Ich habe sofort angerufen, Mittwochs hatte ich ein Vorstellungsgespräch und am Donnerstag war ich zum Probearbeiten da. Am Freitag unterschrieb ich den Vertrag und fing am Montag drauf an zu arbeiten. Ich habe nicht mal eine Bewerbung geschrieben.

Innerhalb des Horts in dem ich jetzt arbeite kann ich zwar nicht weiter aufsteigen. Das will ich aber auch gar nicht. Dann müsste ich nämlich mehr Büroarbeit machen und hätte weniger mit den Kindern zu tun. Ich könnte noch Zusatzqualifikationen machen, die bringen mir aber weder mehr Geld noch eine höhere Anstellung. Wir haben aber regelmäßig Weiterbildungen. Da bekommen wir neue Anregungen für die Praxis – etwa neue Tänze, Theaterpädagogik oder neue Kenntnisse über die verschiedenen Entwicklungsbedürfnisse von Kindern. Ich finde es gut, dass ich mich weiterbilden kann."

Carola Hofmann arbeitet als Erzieherin in einer privaten Kindertagesstätte. Zuvor war sie anderthalb Jahre als Kindermädchen für eine Familie in den USA tätig.